Tierpelze verbieten?

Die Pelzbranche, mittlerweile bekanntermaßen am Abgrund, versucht noch immer krampfhaft, ein Comeback des Elendsproduktes Pelz herbeizureden, doch die Verkaufszahlen – man schaue zum Beispiel in amerikanische Fachzeitschriften für Kürschner und Fallensteller – zeichnen ein klares Bild des kontinuierlichen Untergangs. Auch die großen Kaufhausketten trennen sich nach und nach von Produkten, die mit Tierpelz besetzt sind. Die Verbraucher – und damit meine ich vor allem die aufgeklärten Frauen – lassen sich nicht mehr verdummen: Ein Pelz bleibt, was er ist, Symbol für Leid, Arroganz und mangelndes Mitgefühl. Auch Kolorieren, Schur und andere Techniken – unter anderem gerne benutzt, um die genaue Herkunft des Fells (immer häufiger auch Hund oder Katze) zu verschleiern – werden da auch keinen Aufschwung mehr bringen. Früher hat man sich nach einer Frau im Pelz umgedreht. Heute dreht es einem beim Anblick eines Pelzes den Magen um. Tiere in Fallen erleiden unsägliche Qualen, stunden- und gar tagelang, bevor der Fallensteller ihnen den Brustkorb eintritt oder das Genick bricht. Tiere auf Zuchtfarmen verbringen ihr erbärmliches Leben eingepfercht in winzigen, verdreckten Käfigen. Sie werden durch Stromschlag, Ersticken oder Genickbruch getötet. Peta wird seine Öffentlichkeitsarbeit so lange fortsetzen und die grausamen Fakten über Pelz darlegen, bis auch die letzten potentiellen Tierquäler und Pelzträger diesem Kleidungsstück endgültig den Rücken kehren. Wir leben im dritten Jahrtausend in einer so genannten zivilisierten Gesellschaft. Wer das sinkende Schiff jetzt nicht verläßt, wird als pelztragender und pelzbefürwortender Dinosaurier in die Geschichte der Modewelt eingehen. Harald Ullmann ist Direktor der europäischen Administration von PETA-Deutschland e.V. Weitere Informationen gibt es im Weltnetz unter www.pelzinfo.de Pelz ist die älteste und natürlichste Bekleidung des Menschen. Pelze kommen aus unterschiedlichen Quellen und sichern in vielen Gegenden der Welt der Bevölkerung ein Einkommen aus nachhaltiger Nutzung natürlicher Resourcen. Kein Kleidungsstück ist so warm, unverwüstlich, dankbar und langlebig. Der Mensch braucht Tiere, um zu leben oder zu überleben, zur Ernährung und zur Kleidung. Je nach persönlichem Gusto findet man Pelze – aus der Ernährungskette des Menschen (Lamm, Zickel, Fohlen, Kanin und Persianer). Aus der Schädlingsbekämpfung und Reduzierung von Überpopulationen (Bisam, Waschbär, Coyote, Maulwurf, Hamster, Nutria, Wildkanin): Überpopulationen bedrohen den Menschen, seine Haustiere und sein Ackerland. Aus streng kontrollierter und überwachter Farmhaltung, die Verhaltensforscher begleiten (Nerz, Fuchs, Iltis, Finnraccoon und Nutria). Ob ein Tier für Fleisch oder für sein Fell gezüchtet wird, ist kein Unterschied. Aus Jagd und Hege, bei den Naturvölkern wie Indianer und Eskimos auch zur Existenzsicherung und zum Überleben in der Wildnis (Luchskatze, Biber, Reh, Zobel und ausgewachsene Robben). Artenschutz wird heute streng beachtet, ist vorbildlich geregelt und kontrolliert; die Pelzbranche nutzt keine Felle bedrohter Tierarten. Manche Menschen entscheiden sich, kein Fleisch zu essen und sich keinerlei tierischer Produkte zu bedienen. Diese Entscheidung respektieren wir. Andere essen Steak und Karpfen, tragen Seidenblusen, Perlenketten, Schuhe und Gürtel aus Leder. Millionen Frauen tragen einen Pelzmantel oder -jacke. Diese Entscheidung verdient genauso Respekt. Sonst bleibt unsere demokratisch garantierte Entscheidungsfreiheit auf der Strecke. Angriffe auf Pelzträger sind ein Zeichen von Intoleranz und müssen wie jede Gewaltanwendung verurteilt werden. Sie schaden dem Tierschutz mehr, als sie den Tieren nutzen. Susanne Kolb-Wachtel ist Geschäftsführerin des Deutschen Pelz Instituts, das für die gesamte Pelzbranche spricht.

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