Ruf nach Schwarz-Grün

Seit in Köln Schwarz-Grün regiert, wird die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel nicht müde zu betonen, daß das keine Option auf Landesebene sei. „Ich hoffe, daß Schwarz-Grün für Köln vorteilhaft ist. Mehr sehe ich darin nicht“, wird Merkel am 24. April im Kölner Stadt-Anzeiger zitiert. Wer viel dementiert, macht sich verdächtig, es nötig zu haben. Denn in Nordrhein-Westfalen riecht es nach Schwarz-Grün, wenn sich Union und Grüne gegen SPD und FDP darin einig sind, daß mit dem Metrorapid Milliarden von Euro sinnlos in den Sand gesetzt werden. In Bremen, wo am 25. Mai die nächste Landtagswahl stattfindet, forderte die JU schon Anfang des Jahres, ein Bündnis mit den Grünen sei ins Auge zu fassen. Jetzt legte Philipp Mißfelder, JU-Bundesvorsitzender sowie CDU-Landesvorstandsmitglied in NRW, nach: Die Union werde diese „strategische Option schon aus eigenem Interesse ernsthaft verfolgen müssen“. Der JU-Landesverband NRW dröselt derweil auf seinen Internetseiten schon einmal die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Union und Grünen auf. Der brodelnde Dampfkessel der Landesregierung in Düsseldorf beflügelt die Gemüter. Die Grünen müßten, um sich in einer neuen Koalition Luft zu machen, neue Kompromisse eingehen; dieses Mal da, wo sie sich mit der SPD eins sind, vor allem in der Sicherheitspolitik. Die personelle Synthese aus Schwarz-Grün hieße Klaus Töpfer als Bundespräsident, weshalb man die Diskussion um einen Unionskandidaten genau wird verfolgen müssen.

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