Gewalt ohne Einhalt

Wieder ist es geschehen! Eine 29jährige Palästinenserin, von Beruf Rechtsanwältin, hat sich selbst in Haifa in die Luft gejagt und 19 Menschen mit in den Tod gerissen. Die Vergeltung Israels ließ diesmal nicht lange auf sich warten, könnte jedoch schwere Folgen haben. Vergangenen Sonntag bombardierten Flugzeuge der israelischen Luftwaffe ein Lager in Syrien, in dem nach israelischen Angaben Terroristen des Islamischen Dschihad ausgebildet wurden. Seit 30 Jahren fand damit erstmals eine Kriegshandlung auf syrischem Boden statt, keine 40 Kilometer von Damaskus entfernt. Zwei Tage danach drohte Israel Syrien mit weiteren Angriffen. Israels Premierminister Ariel Scharon sagte auf einer Gedenkveranstaltung für die im Jom-Kippur-Krieg gefallenen Soldaten: „Wir werden nicht zögern, unsere Feinde überall und mit allen Mitteln zu bekämpfen.“ Mit allen Mitteln? Ist der nächste Schritt die Ausdehnung der „gezielten Tötungen“ von mutmaßlichen Extremisten auf andere Länder? Die Reaktionen in den Vereinten Nationen sind so unkoordiniert wie selten. US-Präsident Georg W. Bush spricht vom Recht Israels, sich selbst zu verteidigen; der Sicherheitsrat bekommt nicht einmal eine Resolution zustande, die sich mit dem Thema befaßt – warum auch? Israel hat sich mit dem Bau von über 300 Siedlungen in den besetzten Gebieten über jede Erklärung hinweggesetzt. Wenn es nun also im „Kampf gegen den Terror“ gegen Drittstaaten vorgehen möchte, wird dies ebenso folgenlos bleiben!

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