Die Guten ins Töpfchen

Der Nationale Ethikrat hat mehrheitlich eine Empfehlung für die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID) in bestimmten Fällen ausgesprochen. Die Entscheidung wird erst der Bundestag treffen. Stimmt er zu, dann hat sich die Bundesrepublik der großen Mehrheit der europäischen Länder angeschlossen. Nur in Irland, Österreich und der Schweiz ist PID generell verboten. Bemerkenswert ist das Abstimmungsverhalten im 24köpfigen, von Bundeskanzler Schröder einberufenen Ethikrat. Gegen die „Selektion“ erbkranker Embryonen stimmten neben dem evangelischen Bischof Wolfgang Huber, CSU-Vertretern und den Behindertenverbänden auch die Grünen. Dafür sind alle drei SPD-Ministerinnen im Ethikrat, Katherina Reiche von der CDU und die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhardt. Der weltanschauliche Riß geht quer durch die bekannten Lager. Die Befürworter argumentieren, daß eine genetische Untersuchung der Embryonen bereits vor ihrer Einpflanzung in die Gebärmutter viele der sogenannten Spätabtreibungen vermeiden hilft. Wenn nämlich bei der Ultraschall-Untersuchung einer Schwangeren eine schwere Mißbildung des Kindes festgestellt wird, dann ist nach geltendem Recht auch nach dem dritten Monat eine Abtreibung erlaubt. Ginge es „nur“ um das Recht des Ungeborenen, wäre dies Argument tatsächlich schlagend. Doch hier steht die Zukunft des Menschen überhaupt auf dem Spiel. Soll er weiterhin auf natürlichem Wege entstehen oder eher nach einem willkürlichen Plan? Zu dieser Beurteilung reicht die individuelle Perspektive nicht mehr aus.

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