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Boris Palmer (Grüne): Soll nicht mehr Tübinger Oberbürgermeister werden
Boris Palmer (Grüne): Soll nicht mehr Tübinger Oberbürgermeister werden Foto: picture alliance/dpa | Tom Weller

Baden-Württemberg
 

Grüne wollen Wiederwahl von Bürgermeister Boris Palmer verhindern

TÜBINGEN. Nach dem Landesvorstand der Grünen in Baden-Württemberg hat sich nun auch der Tübinger Stadtverband gegen sein Parteimitglied Boris Palmer gestellt. „Für uns Tübinger Grüne ist vor allem wichtig, daß Boris Palmer nicht mehr grüner Oberbürgermeister-Kandidat 2022 wird“, teilte der Stadtvorstand laut der Nachrichtenagentur dpa am Montag mit.

Deshalb werde man ihn bei der Nominierung für die Kandidatur um das Amt nicht unterstützen. „Ob Boris Palmer daraus eine Konsequenz zieht, ist seine freie Entscheidung.“ Grund dafür seien verschiedene Äußerungen des Grünen-Politikers. Palmer hatte zuvor versucht, sich seiner Partei wiederanzunähern und eine „Versöhnung“ anzustreben.

Daraufhin hatte der Landesvorstand seinen Beschluß bekräftigt, daß Palmer der Austritt nahegelegt und er nicht mehr unterstütz werde. Dies gelte nach wie vor. Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der Grünen-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag, Andreas Schwarz, hatten sich hingegen für eine Versöhnung ausgesprochen.

Seit Monaten in der Kritik

Palmer war bereits wiederholt nahegelegt worden, die Grünen zu verlassen. Im Mai hatten mehr als hundert Mitglieder den Parteiausschluß Palmers gefordert. Im Frühjahr hatte er für Aufsehen gesorgt, als er eine Lockerung der Corona-Maßnahmen gefordert und dabei gesagt hatte: „Ich sage es Ihnen mal ganz brutal: Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“

Immer wieder kritisierte Palmer auch die Asyl- und Migrationspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die mangelnde Integrationsbereitschaft einiger Einwanderer. (ls)

Boris Palmer (Grüne): Soll nicht mehr Tübinger Oberbürgermeister werden Foto: picture alliance/dpa | Tom Weller
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