Josef Slowik bei seiner Verhandlung in Wien Foto: picture alliance/dpa
Thüringen

AfD fordert, linkem Straftäter Zivilcouragepreis abzuerkennen

JENA. Die thüringische AfD hat Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröder (SPD) aufgefordert, einem verurteilten linken Gewalttäter den verliehenen Preis der Stadt für Zivilcourage wieder abzuerkennen.

Es sei bereits ein Skandal gewesen, daß der Preis überhaupt an jemanden gegangen war, der zu Zeit wegen mehrere Straftaten angeklagt war, kritisierte die Vize-Vorsitzende der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, Wiebke Muhsal. „Sollte dem verurteilten Straftäter Josef S. der Preis nun nicht aberkannt werden, wäre das ein Armutszeugnis für das Rechts- und Demokratieverständnis der Stadt Jena.“

„Brüderliche Kampfesgrüße“

AfD-Politikerin Wiebke Muhsal fordert die Aberkennung des Preises für Zivilcourage Foto: AfD-Fraktion Thüringen
AfD-Politikerin Wiebke Muhsal fordert die Aberkennung des Preises für Zivilcourage Foto: AfD-Fraktion Thüringen

Der Student Josef S. aus Jena war im vergangenen Juli in Österreich wegen Landfriedensbruchs, versuchter schwerer Körperverletzung und schwerer Sachbeschädigung zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden, wovon acht auf Bewährung ausgesetzt wurden. Das Straflandesgericht Wien sah es als erwiesen an, daß er im Januar 2014 führend an den gewalttätigen Ausschreitungen gegen den Wiener Akademikerball beteiligt gewesen war.

Damals waren zehn Polizisten verletzt worden. Zudem war ein Schaden in Höhe von 500.000 Euro entstanden. Gegen das Urteil hatte Josef S. eine Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof eingereicht. Diese wurde nun aber als unbegründet zurückgewiesen. Damit ist der Student rechtskräftig verurteilt.

Im Juni vergangenen Jahres hatte Jenas Oberbürgermeister Schröter den Randalierer mit dem Preis der Stadt für Zivilcourage ausgezeichnet. „Wir wollten Josef unterstützen, aus dieser Stadt heraus“, begründete Schröter den Akt. Da der Student zu der Zeit im Gefängnis saß, sendete ihm der SPD-Politiker mit der Verleihung „brüderliche Kampfesgrüße“, wie er damals sagte. (krk)

Josef Slowik bei seiner Verhandlung in Wien Foto: picture alliance/dpa

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