BERLIN. Gewalt gegen Bundespolizisten hat im vergangenen Jahr nicht signifikant abgenommen. In der Polizeilichen Eingangsstatistik wurden 1.026 Körperverletzungen registriert, wie die Bundesregierung auf Anfrage des AfD-Abgeordneten Stephan Brandner mitteilte. Das sind durchschnittlich fast drei Angriffe auf Bundespolizisten am Tag. In der Antwort, die der JUNGEN FREIHEIT exklusiv vorliegt, listet das zuständige Innenministerium für die zwei Vorjahre ebenfalls rund drei Körperverletzungen pro Tag.
Neben den Körperverletzungen, zu denen die Behörden vorsätzliche einfache sowie gefährliche und schwere Körperverletzung, aber auch Verstümmelung weiblicher Genitalien zählen, kam es vergangenes Jahr zu vier Straftaten gegen das Leben. Darunter fallen Mord, Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge. Im Vorjahr, 2024, wurden in der Polizeilichen Eingangsstatistik noch fünf solcher Straftaten registriert, 2023 lediglich ein Fall.
Täter greifen seltener zu Messern
Bei den Tatwaffen zeigt sich hingegen eine Trendumkehr. Die Zahl der eingesetzten Messer fiel von zwölf auf drei im Jahr 2025. Parallel dazu erhöhte sich doch die Zahl der „sonstigen gefährlichen Werkzeuge“ bei Angriffen auf Bundespolizisten um elf. Insgesamt blieb die Zahl der Tatwaffen demnach auf dem Niveau von 2024. Im Vergleich zu 2023 bedeutet dies dennoch ein Anstieg von rund 45 Prozent.
Unter den 2.910 Beschuldigten besaßen 2025 rund 51 Prozent keine deutsche Staatsangehörigkeit. Aufgeschlüsselt nach ausländischen Tatverdächtigen führten 191 Polen die Liste an. Dahinter folgten 91 Ukrainer, 76 Algerier sowie jeweils 74 Syrer und Marokkaner.
Gewalt gegen Bundespolizisten sei ein „Armutszeugnis“
Brandner, Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, kritisierte die Gewalt gegen Bundespolizisten scharf. Es sei „ein Armutszeugnis für diesen Staat. Unsere Beamten werden seit Jahren an Bahnhöfen, Grenzen und bei Einsätzen angegriffen, beleidigt und verletzt“, sagte Brandner der JF. Besonders alarmierend sei, daß mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen nichtdeutscher Herkunft ist.
Benannt werde diese Realität aus Brandners Sicht nicht. Statt dessen würden Wegducken und Hilflosigkeit herrschen. „Wer seine eigenen Polizisten im Stich läßt, verliert Autorität, Durchsetzungsfähigkeit und letztlich die Kontrolle über Recht und Ordnung“, sagte Brandner. (sv)





