BERLIN. Das linksextreme Internetportal Indymedia ist am Mittwoch offenbar von politischen Gegnern gehackt worden. Auf der Seite veröffentlichen Linksextremisten normalerweise ihre Bekennerschreiben zu Anschlägen oder rufen zu Demonstrationen auf. Zuletzt hatte sich dort die „Vulkan-Gruppe“ zum Terrorakt gegen das Berliner Stromnetz bekannt. Und auch die Enttarnung eines V-Manns bei der Interventionistischen Linken fand auf Indymedia statt (die JF berichtete).
Bis zum Mittwochnachmittag waren auf der Seite zunächst pornografische Bilder und auch Parolen gegen die anonymen Betreiber zu sehen. Erstaunte Besucher fanden Sprüche wie „FCK Antifa“ oder „Antifa- und Indymedia-Verbot jetzt“. Am Donnerstagmorgen um 7 Uhr war die Startseite komplett down – also nicht mehr erreichbar.
Wer allerdings direkt – ohne den Umweg über die Startseite – die Unterseite „Gruppenstatements“ aufruft, findet dort mehrfach einen obszönen Witz: „Die 2 Lippen im Slip einer Antifaschistin unterhalten sich: ‚Wir sollten uns öfter waschen‘ ‚Wer behauptet das?‘ ‚Böse Zungen sagen das.‘“ Dort werden sonst Verlautbarungen von linksextremen Vereinen und Antifa-Gruppen veröffentlicht.
Indymedia ohne Impressum
In seinem aktuellen Bericht bezeichnet das Bundesamt für Verfassungsschutz Indymedia als „das wichtigste Informations- und Propagandamedium für die linksextremistische Szene im deutschsprachigen Raum“. Abgeschaltet hat der Staat das Portal, das auch zu politischer Gewalt aufruft, bislang aber nie. Indymedia verfügt gesetzeswidrig über kein Impressum, so daß die Betreiber unbekannt sind. Bisher konnte der Staatsschutz diese auch nicht ermitteln.

Wer hinter dem Hackerangriff steckt, ist bisher unklar. Bekannt hat sich dazu bisher niemand. Aufgrund der politischen Statements sind Anhänger der rechten Szene als Urheber wahrscheinlich. (fh)





