Anzeige
Anzeige

Mord in Brokstedt 2023: Messeropfer-Vater Michael Kyrath: „Eine Brandmauer ist was für Dumme“

Mord in Brokstedt 2023: Messeropfer-Vater Michael Kyrath: „Eine Brandmauer ist was für Dumme“

Mord in Brokstedt 2023: Messeropfer-Vater Michael Kyrath: „Eine Brandmauer ist was für Dumme“

Michael Kyrath: Er verlor seine Tochter 2023 beim Messerangriff von Brokstedt
Michael Kyrath: Er verlor seine Tochter 2023 beim Messerangriff von Brokstedt
Michael Kyrath: Er verlor seine Tochter 2023 beim Messerangriff von Brokstedt Foto: picture alliance / teutopress | –
Mord in Brokstedt 2023
 

Messeropfer-Vater Michael Kyrath: „Eine Brandmauer ist was für Dumme“

Vor drei Jahren erstach ein Migrant ein junges Paar in einem Regionalzug in Brokstedt. Michael Kyrath kämpft seitdem für einen politischen Wandel. Er zeigt auf, warum der Mord an seiner Tochter kein Einzelfall war.
Anzeige

BROKSTEDT. Der Vater der 2023 getöteten Ann-Marie Kyrath hat seinen Appell für ein Umdenken in der deutschen Migrationspolitik erneuert. Anläßlich des dritten Todestages seiner Tochter zog Michael Kyrath Bilanz: „Es rennen Menschen in diesem Land herum, von denen wir gar nicht wissen, woher sie kommen. Wir wissen nicht, ob sie bereit sind, unsere Art zu leben zu akzeptieren“, sagte er der Frankfurter Allgemeinen.

Sie in Containerdörfer zu stecken und ihnen Bürgergeld in die Hand zu drücken, habe nichts mit Integration zu tun. Es befriedige „einzig und allein das moralische Selbstwertgefühl einer wohlstandsverwahrlosten, ideologisch geprägten und weltfremden Kaste“, unterstrich Kyrath. „Wir müssen uns um die Menschen kümmern, die wir einladen.“

„In einer Demokratie zählen Argumente“

Immer noch werde beim Messermord von Brokstedt von einem „bedauerlichen Einzelfall“ gesprochen. Er sei jedoch mit mehr als 1.000 Familien in Kontakt, die in den vergangenen Jahren Angehörige durch Gewalttaten verloren hätten. „Es ist immer dasselbe Täter­profil. Es ist fast immer dasselbe Tatwerkzeug. Es ist nahezu immer derselbe Tathergang. Es sind immer dieselben Tatmotive“, betonte Kyrath. Politiker heuchelten Betroffenheit und weinten in die Kameras. Doch politische Maßnahmen gebe es nie.

„Ich glaube, es wird viel Kosmetik betrieben, aber viele Probleme werden nicht richtig angegangen. Bei der Migration ­wäre mal ein harter Schnitt vonnöten.“ Er sei „Demokrat durch und durch“ und spreche mit allen Parteien, ohne Ausnahme. „Deswegen bin ich der Meinung, eine Brandmauer ist etwas für dumme Menschen, die sich mit Argumenten nicht wehren können. Wir sind doch eine Demokratie, und hier zählen die Argumente“, stellte der Holsteiner klar.

Lesen Sie hier das große JF-Interview mit Michael Kyrath

Kyrath: Es geht um die Sache, nicht um links oder rechts

Deutschland habe verlernt, sich herzhaft zu streiten. Es werde nur noch stigmatisiert, polemisiert und alles persönlich genommen. Diffamierungen wie „Nazi“ oder „Corona-Leugner“ hätten in einer Debatte nichts verloren. „Diese Entwicklung macht mir viel mehr Angst, als daß irgendwelche Parteien links oder rechts der Mitte stehen. Die Ausgrenzung stärkt diese Ränder.“

Egal wer regiere, die Zustände würden einfach nicht besser. „Alles wird teurer, die ehemals pazifistischen Parteien treiben uns in den Krieg. Und jeder, der mal wagt, etwas zu sagen, wird sofort stigmatisiert und niedergebrüllt, so daß jeglicher demokratischer Diskurs ausgeschlossen wird, der vielleicht dringend nötig wäre“, monierte Kyrath.

Seine Lösungsvorschläge an die Politik blieben ungehört. Statt Hilfe kämen fadenscheinige Ausreden wie zu geringe finanzielle Mittel. „Deutschland wirft jedes Jahr so viel Geld sinnlos aus dem Fenster, wir brauchten nur einen winzigen Bruchteil davon.“

Politiker sollen endlich Taten sprechen lassen

Seiner Erfahrung nach sei es in Deutschland brenzlig, das Kind beim Namen zu nennen. „Es wird fast hysterisch nach Ausreden gesucht, warum ein Mörder einen anderen Menschen umgebracht hat – insbesondere wenn ein Migrationshintergrund vorhanden ist.“ Es sei ihm völlig egal, woher der Täter komme, ob er traumatisiert gewesen sei oder aus Spaß getötet habe. Seine Tochter werde er niemals zurückbekommen. Ihm gehe es um die Botschaft und den Appell an die Politik, endlich eine vernünftige Debatte über die Themen Migration und Kriminalität zu führen.

Am 25. Januar 2023 hatte der staatenlose Palästinenser Ibrahim A. die 17 Jahre alte Ann-Marie Kyrath und ihren 19jährigen Freund Danny P. erstochen sowie weitere Menschen teils schwer verletzt. Die Bluttat ereignete sich in einem Regionalzug im schleswig-holsteinischen Brokstedt. Der Asylbewerber hatte zuvor schon einmal für einen Messerangriff im Gefängnis gesessen. Dort verglich er sich nur wenige Monate vor seiner Haftentlassung mit dem islamistisch motivierten Attentäter vom Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri. Dennoch kam er wenige Monate später auf freien Fuß. Fünf Tage nach seiner Freilassung tötete er in Brokstedt das junge Paar. (zit)

Michael Kyrath: Er verlor seine Tochter 2023 beim Messerangriff von Brokstedt Foto: picture alliance / teutopress | –
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles