SCHWERIN. Die bisherige Gleichstellungsbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern, Wenke Brüdgam (Linkspartei), wird Ende des Monats endgültig zurücktreten. „Das Angestelltenverhältnis endet zum 31. Januar 2026. Frau Brüdgam ist unter Urlaubsabgeltung freigestellt und nimmt keine Aufgaben mehr wahr. Die Nachfolgeregelung ist in Arbeit“, teilte ein Sprecher des Landesjustizministeriums, dem die Gleichstellungsbeauftragten unterstehen, auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT mit.
„Die Linke“ Gleichstellungsbeauftragte Wenke Brüdgam (geiler Name) nennt die Deutschlandfahne verächtlich „Diese Dinger“.
Sie hassen dieses Land.
pic.twitter.com/00FWNgcswz— 🅲🅾🆇🆇 (@queru_lant) December 4, 2025
Brüdgam hatte sich Ende November in einem inzwischen gelöschten Instagram-Video damit gebrüstet, Deutschlandfahnen von Häusern abgerissen zu haben (JF berichtete zuerst). Nach mehreren Berichten der JUNGEN FREIHEIT hatte sie Anfang Dezember ihren Rücktritt angekündigt. Danach war sie jedoch weiterhin auf der Webseite des Justizministeriums als Gleichstellungsbeauftragte geführt worden, weshalb die JF noch einmal nachgefragt hatte.
Schwesig lobt Rücktritt der Gleichstellungsbeauftragten
Das Ende November auf einem Instagram-Account der Linkspartei veröffentlichte Video, das die Debatte auslöste, zeigt die Politikerin mit einer zerknüllten Deutschlandfahne in der Hand. Auf dem Weg zu einer Parteiveranstaltung habe sie mehrere solcher Fahnen gesehen. Spontan sei sie aus dem Auto gestiegen und habe diese entfernt. „Denn wer in diesen Zeiten Deutschlandfahnen an leerstehende Häuser hängt, der will nicht zeigen, daß er sein Land mag, sondern der will letztendlich Nationalismus propagieren und damit klar zum Faschismus aufrufen“, sagte die Politikerin.
Nach einer JF-Anfrage an die Staatskanzlei der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte die Linkspartei das Video gelöscht. Die rot-rote Landesregierung hatte sich auf Anfrage dieser Zeitung geweigert, sich von Brüdgam zu distanzieren. Erst nachdem auch andere Medien über den Skandal berichtet hatten, äußerte sich Landes-Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linkspartei) und kritisierte den Kurzfilm. „Als Mitglied der Landesregierung setze ich voraus und erwarte auch, auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen und die Symbole mit Verfassungsrang zu achten“, sagte sie.
Unterdessen hatte die Staatsanwaltschaft Stralsund bestätigt, daß mehrere Anzeigen gegen die Politikerin eingegangen seien und nun ein Vorermittlungsverfahren gegen Brüdgam eingeleitet worden sei. Auch Ministerpräsidentin Schwesig äußerte sich zu dem Thema und lobte den Rücktritt der Linkspartei-Politikerin. „Das Video ist inakzeptabel und der Schritt von Frau Brüdgam auch richtig. Ich danke Frau Brüdgam für ihre Arbeit als Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung der Landesregierung. Ihr großer Einsatz für Gleichstellung, gegen Diskriminierung und gegen Gewalt verdient Anerkennung.“ (st/kuk)






