WASHINGTON. Der chinesische TikTok-Mutterkonzern ByteDance hat eine Einigung mit einem Konsortium nicht-chinesischer Investoren erzielt und damit ein Verbot der Video-Plattform in den USA abgewendet (die JF berichtete). Künftig soll TikTok in den Vereinigten Staaten als eigenständiges Unternehmen mit mehrheitlich amerikanischer Kontrolle operieren.
Zu den Hauptinvestoren zählen der Software-Konzern Oracle, die Beteiligungsgesellschaft Silver Lake sowie die Investmentfirma MGX aus Abu Dhabi. Sie sollen jeweils rund 15 Prozent an der neuen US-TikTok-Gesellschaft halten.
ByteDance behält einen Anteil von knapp unter 20 Prozent. Weitere Investoren stammen aus dem Umfeld von General Atlantic sowie aus dem Privatvermögen des Dell-Gründers Michael Dell. Zum Chef des neuen Unternehmens wurde Adam Presser ernannt, der bislang das operative Geschäft von TikTok verantwortete, berichtete die New York Times. Der Verwaltungsrat soll mehrheitlich mit US-Bürgern besetzt werden. Die Daten amerikanischer Nutzer werden künftig auf Servern von Oracle in den Vereinigten Staaten gespeichert.
200 Millionen TikTok-Nutzer in den USA
Mit dem Schritt reagiert TikTok auf ein 2024 verabschiedetes US-Gesetz, das ein Verbot der App vorsah, falls keine Trennung vom chinesischen Mutterkonzern erfolgt. Hintergrund waren jahrelange Sicherheitsbedenken, wonach Peking über ByteDance Einfluß auf Nutzerdaten oder Inhalte nehmen könnte.
Unklar bleibt, wie weit die Abkopplung tatsächlich reicht. Zwar verliert ByteDance die Kontrolle über das US-Geschäft, der zentrale Empfehlungsalgorithmus verbleibt jedoch beim chinesischen Konzern und wird an die neue Gesellschaft lizenziert. Kritiker bezweifeln daher, daß die nationalen Sicherheitsbedenken vollständig ausgeräumt sind. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Einigung und sprach von einem „dramatischen und schönen Abschluß“ des Verfahrens. TikTok zählt in den Vereinigten Staaten mehr als 200 Millionen Nutzer. (rr)






