BERLIN. Der Präsident des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr, Patrick Sensburg, hat die Stationierung deutscher Soldaten auf Grönland gefordert. Europa müsse dort deutlich stärker Präsenz zeigen, um einem möglichen Kauf der Insel durch die USA zuvorzukommen. „Wir müssen davon ausgehen, daß US-Präsident Trump mit Grönland Ernst macht“, so Sensburg.
In kurzer Zeit müßten zwei europäische Brigaden unter dänischer Führung nach Grönland verlegt werden. „Auch Deutschland wird hier besonders in der Pflicht stehen“, fügte er gegenüber Bild hinzu.
Nach Ansicht Sensburgs könnte eine solche Verlegung zugleich positive Effekte für die Bundeswehr haben. Soldaten könnten neben der Gebirgs- und Winterkampfschule in Mittenwald auch in Grönland trainieren und ausgebildet werden. „Das wird Europa stärker zusammenschweißen“, sagte der Verbandspräsident.
Nato soll Grönland besser schützen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich zuletzt zuversichtlich, daß die USA sich an Gesprächen über einen verstärkten Nato-Schutz für Grönland beteiligen werden. Bei einem Besuch in Indien sagte Merz, man spreche mit der dänischen Regierung sehr ausführlich über eine Verbesserung der Sicherheitslage der Insel. Er gehe davon aus, „daß die Amerikaner sich daran auch beteiligen“. Auf frühere Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland auch gegen den Willen Dänemarks oder der Grönländer zu annektieren, ging Merz nicht ein.
Auch Außenminister Johann Wadephul äußerte sich nach Gesprächen in Washington zurückhaltend. „Wir sprechen in der Tat innerhalb der Nato über Grönland. Wir teilen die amerikanischen Besorgnisse, daß dieser Teil Dänemarks besser geschützt werden muß“, sagte Wadephul. Einen konkreten Anhaltspunkt für eine US-Militäraktion gebe es jedoch nicht. (rr)






