LONDON. Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom hat eine offizielle Untersuchung gegen Elon Musks Online-Plattform X eingeleitet. Konkreter Anlaß ist die X-eigene Künstliche Intelligenz Grok. Es gebe „zutiefst beunruhigende Berichte“, daß Grok von Nutzern dazu verwendet werde, sexualisierte Bilder, unter anderem von Minderjährigen, zu erstellen und zu verbreiten, heißt es in einer Erklärung der Behörde.
Ofcom habe daher in der vergangenen Woche Kontakt zu X aufgenommen und angefragt, welche Sicherheitsmaßnahmen das Unternehmen ergreifen wolle, um seinen Verpflichtungen zum Nutzerschutz nachzukommen. Nachdem man sich mit dem Unternehmen ausgetauscht habe, sei die formelle Untersuchung eingeleitet worden – „um festzustellen, ob X seinen gesetzlichen Verpflichtungen gemäß dem Online Safety Act nicht nachgekommen ist“.
Es sei unklar, ob X wirklich sicherstelle, daß britische Nutzer keine illegalen Inhalte wie nicht einvernehmliche intime Bilder sowie Darstellungen von Kindesmißbrauch angezeigt bekommen, und ob X solche Bilder tatsächlich rasch entferne. Zudem gebe es keine effektiven Schutzmaßnahmen um minderjährige Nutzer vor derartigen Inhalten zu bewahren.
Musk veröffentlichte Bild von sich im Bikini
Sollte die Plattform keine entsprechenden Maßnahmen erlassen, könnten Geldbußen bis zu 18 Millionen Pfund drohen. Auch könnten britische Anbieter gezwungen werden, ihre Werbung von der Internetseite zurückzuziehen. Im schwerwiegendsten Fall könnte X für Großbritannien gesperrt werden.
Musk hatte die britische Regierung auf seiner Plattform scharf kritisiert. So teilte er eine Grafik, laut der das Vereinigte Königreich weltweit am meisten Personen aufgrund von Äußerungen im Internet verhafte. „Wieso ist die britische Regierung so faschistisch?“, schrieb Musk dazu.
Why is the UK government so fascist? https://t.co/sRg979MTQx
— Elon Musk (@elonmusk) January 10, 2026
Der Hintergrund: Seit einigen Monaten kann Grok Fotos auf Befehl verändern oder erstellen. So kommt es etwa häufig vor, daß Nutzer Bilder von Personen kommentieren und die KI dazu auffordern, die entsprechenden Bilder in sexualisierter Form umzuwandeln – etwa, indem sie die abgebildete Person im Bikini darstellt. X-Chef Musk veröffentlichte selbst ein derartiges Bild von sich:

Indonesien und Malaysia sperren Grok
Einige Nutzer nutzten diese Eigenschaft allerdings dafür, um strafbare Inhalte zu erstellen. Bereits zuvor hatte der britische Premierminister die Plattform daher als „widerlich“ bezeichnet und Gegenmaßnahmen angekündigt: „Das ist rechtswidrig. Wir werden das nicht tolerieren. X muß für Ordnung sorgen und dieses Material entfernen. Wir werden Maßnahmen ergreifen, weil das einfach nicht tolerierbar ist.“
Derzeit ist die Bildbearbeitung von Grok nur zahlenden Nutzern von X zugänglich. Starmer hatte diese Maßnahme jedoch als „nicht ausreichend“ beklagt.
Am vergangenen Wochenende hatten Indonesien und Malaysia als erste Länder den Chatbot zeitweise sperren lassen. Die indonesische Digitalministerin Meutya Hafid erklärte, die Sperrung diene dem Schutz von Kindern, Frauen und der allgemeinen Öffentlichkeit. Der digitale Raum dürfe nicht rechtsfrei bleiben, sagte die Politikerin. (lb)





