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Geopolitik: Trump will Grönland einnehmen – Notfalls gegen den Willen der Nato

Geopolitik: Trump will Grönland einnehmen – Notfalls gegen den Willen der Nato

Geopolitik: Trump will Grönland einnehmen – Notfalls gegen den Willen der Nato

Das Bild zeigt den US-Präsidenten Donald Trump. Er ist fest entschlossen, Grönland einzunehmen.
Das Bild zeigt den US-Präsidenten Donald Trump. Er ist fest entschlossen, Grönland einzunehmen.
US-Präsident Donald Trump: Fest entschlossen, Grönland einzunehmen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Julia Demaree Nikhinson
Geopolitik
 

Trump will Grönland einnehmen – Notfalls gegen den Willen der Nato

Trump scheint fest entschlossen zu sein, Grönland einzunehmen. Einem britischen Medienbericht zufolge weist er seine Berater an, konkrete Pläne zu entwerfen. Doch es regt sich auch interner Widerstand.
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WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat seine militärischen Berater offenbar angewiesen, konkrete Pläne für eine Übernahme Grönlands auszuarbeiten. Einige Militärs sind von der erfolgreichen Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ermutigt (JF berichtete), Grönland schnell zu erobern und damit möglichen Annektionsversuchen Chinas und Rußlands zuvorzukommen, wie die britische Mail on Sunday unter Berufung auf Insider berichtet.

Kritiker hingegen sehen in Trumps Plänen den Versuch, vor den wichtigen Midterm-Wahlen in diesem Jahr von der schwachen Konjunktur im Inland abzulenken. Auch aus diplomatischen Kreisen kommt Kritik an Trumps Plänen. So sagte ein Insider gegenüber der Mail on Sunday, einige Vermittler hätten „versucht, Trump abzulenken, indem sie über weniger kontroverse Maßnahmen gesprochen haben, wie zum Beispiel das Abfangen russischer ‘Geisterschiffe‘ – ein geheimes Netzwerk von Hunderten von Schiffen, die von Moskau betrieben werden, um westliche Sanktionen zu umgehen – oder einen Angriff auf den Iran“.

Ein Diplomat sagte der britischen Zeitung, einige Militärs hielten Trumps Idee, Grönland einzunehmen, für „verrückt und illegal“, allerdings seien Verhandlungen mit dem US-Präsidenten so, „als hätte man es mit einem Fünfjährigen zu tun“. Weiter unterstellte der Informant, Trumps Argumentation, China oder Rußland könnten Grönland annektieren, sei vorgeschoben. „Da der Kongreß Trump einen Austritt aus der Nato nicht gestatten würde, könnte die Besetzung Grönlands die Europäer dazu zwingen, die Nato zu verlassen.“ Das könnte für den US-Präsidenten „der bequemste Weg“ sein, das Militärbündnis aufzuheben.

„Grönlands Verteidigung besteht im Grunde genommen aus zwei Hundeschlitten“

Trump unterstrich derweil sein Vorhaben mit Blick auf die geopolitische Situation auf der Arktis-Insel. „Wenn wir Grönland nicht übernehmen, werden es Rußland oder China tun. Und das werde ich nicht zulassen … So oder so, wir werden Grönland bekommen“, sagte er am Sonntag gegenüber Journalisten in seinem Regierungsflieger. Auf die Nachfrage, ob es „in Ordnung sei, wenn das die Nato gefährden würde“, sagte Trump, die Nato brauche die USA mehr als umgekehrt.

Ein konkretes Angebot für die Übernahme Grönlands habe er noch nicht unterbreitet. Der US-Präsident betonte, er habe Interesse an einer friedlichen Lösung, sei aber auch bereit, es „auf die harte Tour“ zu machen. Mit Blick auf die militärische Lage vor Ort sagte der 79jährige: „Grönlands Verteidigung besteht im Grunde genommen aus zwei Hundeschlitten“, umgeben von „russischen Zerstörern“.

Wenig Einwohner, viele Rohstoffe

Grönland ist die größte Insel der Welt und mit knapp 57.000 Einwohnern eines der am dünnsten besiedelten Gebiete der Welt. Es ist ein weitgehend autonomes Gebiet mit eigener Regierung und eigenem Parlament, gehört aber zu Dänemark. Die Währung Grönlands sowie die Verteidigung des Landes unterliegen weiterhin Kopenhagen, Inselbewohner sind dänische Staatsbürger. Mit dem Selbstverwaltungsgesetz von 2009 bestünde theoretisch die Möglichkeit, sich per Volksentscheid von Dänemark unabhängig zu machen.

Die geographische Lage zwischen dem amerikanischen Kontinent und Europa, aber auch die hohe Anzahl an Bodenschätzen wie Gold, Uran, Öl und anderen Ressourcen machen das Gebiet strategisch und wirtschaftlich attraktiv. Aktuell unterhalten sowohl Dänemark als auch die USA Militärbasen in Grönland. (st)

US-Präsident Donald Trump: Fest entschlossen, Grönland einzunehmen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Julia Demaree Nikhinson
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