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Bundestagsvizepräsident: Bodo Ramelow will eine neue Nationalhymne

Bundestagsvizepräsident: Bodo Ramelow will eine neue Nationalhymne

Bundestagsvizepräsident: Bodo Ramelow will eine neue Nationalhymne

Will eine neue Flagge und eine neue Hymne: Der Vizepräsident des Bundestags, Bodo Ramelow (Linke). Foto: IMAGO / Bonn.digital
Will eine neue Flagge und eine neue Hymne: Der Vizepräsident des Bundestags, Bodo Ramelow (Linke). Foto: IMAGO / Bonn.digital
Will eine neue Flagge und eine neue Hymne: Der Vizepräsident des Bundestags, Bodo Ramelow (Linke). Foto: IMAGO / Bonn.digital
Bundestagsvizepräsident
 

Bodo Ramelow will eine neue Nationalhymne

Bodo Ramelow will die „Kinderhymne“ von Bertolt Brecht als neue Nationalhymne einführen und zugleich die schwarz-rot-goldene Flagge zur Abstimmung stellen.
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BERLIN. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linkspartei) hat erneut die Debatte über deutsche Symbole angestoßen. In einem Gespräch mit der Rheinischen Post sprach er sich sowohl für eine neue Nationalhymne als auch für eine Volksabstimmung über die schwarz-rot-goldene Bundesflagge aus.

Der frühere thüringische Ministerpräsident erklärte, er kenne viele Ostdeutsche, die mit der heutigen Hymne, dem „Lied der Deutschen“ in der Fassung der dritten Strophe, nichts anfangen könnten. „Ich würde daher tatsächlich gerne die Kinderhymne von Bertolt Brecht zur Abstimmung stellen“, so Ramelow.

Der Text, geschrieben 1950, beschwöre Bescheidenheit und Zusammenhalt und eigne sich nach seiner Ansicht besser als „gesamtdeutsche Hymne“. Zugleich stellte Ramelow auch die Nationalfarben zur Diskussion. Zwar wisse er, daß Schwarz-Rot-Gold historisch für die Absage an autoritäre Systeme stehe, dennoch gebe es viele Bürger, die mit dieser Symbolik fremdelten. „Ich würde das alles mit Artikel 146 zur Abstimmung stellen wollen“, erklärte er.

Ramelow wärmt alte Forderung auf

Der entsprechende Grundgesetz-Artikel eröffnet die Möglichkeit einer neuen Verfassung, die vom Volk in freier Entscheidung beschlossen werden müsse. Mit diesem Vorstoß knüpft Ramelow an seine früheren Forderungen an. Bereits 2019 hatte er als Ministerpräsident von Thüringen eine Debatte über eine neue Hymne angeregt und war dafür auf deutliche Kritik gestoßen.

Für Ramelow geht es jedoch nach eigener Darstellung um einen „integrativen Ansatz“. Viele Menschen im Osten hätten weder mit der Hymne noch mit den Farben der Bundesflagge eine enge emotionale Bindung, weshalb eine demokratische Abstimmung über Symbole und Texte aus seiner Sicht eine Möglichkeit zur Erneuerung darstellen könne.

Was Ramelow künftig singen will

Kinderhymne

(Bertolt Brecht)

Anmut sparet nicht noch Mühe
Leidenschaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutschland blühe
Wie ein andres gutes Land.

Daß die Völker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Sondern ihre Hände reichen
Uns wie andern Völkern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lieben und beschirmen wir’s
Und das liebste mag’s uns scheinen
So wie andern Völkern ihrs

(rr)

Will eine neue Flagge und eine neue Hymne: Der Vizepräsident des Bundestags, Bodo Ramelow (Linke). Foto: IMAGO / Bonn.digital
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