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Bundesamt für Statistik: Jeder Vierte hat Migrationshintergrund – Kaum Arbeitseinwanderung

Bundesamt für Statistik: Jeder Vierte hat Migrationshintergrund – Kaum Arbeitseinwanderung

Bundesamt für Statistik: Jeder Vierte hat Migrationshintergrund – Kaum Arbeitseinwanderung

Drei Jugendliche – allesamt offensichtlich mit Migrationshintergrund – stehen in Berlin an einem S-Bahnsteig und schauen aufs Handy – manche von ihnen sind möglicherweise als Asylbewerber nach Deutschland gekommen
Drei Jugendliche – allesamt offensichtlich mit Migrationshintergrund – stehen in Berlin an einem S-Bahnsteig und schauen aufs Handy – manche von ihnen sind möglicherweise als Asylbewerber nach Deutschland gekommen
Migrantische Jugendliche in Berlin (Symbolbild). Foto: picture alliance / Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg
Bundesamt für Statistik
 

Jeder Vierte hat Migrationshintergrund – Kaum Arbeitseinwanderung

Mehrere Millionen Menschen sind in den vergangenen zehn Jahren ins Land eingewandert. Neue Zahlen zeigen, wie drastisch das die Bevölkerungszusammensetzung ändert. Arbeitsmigration spielt kaum eine Rolle.
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WIESBADEN. Seit 2015 sind fast 6,5 Millionen Menschen nach Deutschland eingewandert. Im Jahr 2024 lebten in Deutschland rund 21,2 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Damit hatte gut jeder Vierte in Deutschland – mehr als 25 Prozent – im Jahr 2024 einen Migrationshintergrund. Dies entspricht einem Anstieg von vier Prozent oder 873.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr, als noch 20,4 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland lebten.

Einwanderungsgeschichte bedeutet in diesem Zusammenhang, daß eine Person entweder selbst oder deren beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Knapp jede fünfte Person in Deutschland – rund 19,4 Prozent – ist selbst eingewandert. Die Zahl der selbst Eingewanderten stieg im Jahr 2024 um vier Prozent auf rund 16,1 Millionen Menschen –im Jahr 2023 waren es 15,5 Millionen.

Von den insgesamt 21,2 Millionen Menschen mit Einwanderungsgeschichte waren knapp mehr als fünf Millionen Personen Nachkommen von Eingewanderten. Diese Zahl stieg um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dunkelblaue, hellblaue und graue Männchen zeigen, wie viele Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund haben – und wie viele nicht
Eine grafische Darstellung der Bevölkerungszusammensetzung in Deutschland. Foto: Bundesamt für Statistik

Die meisten Menschen kamen aus Syrien

Ein Großteil der Einwanderer zwischen 2015 und 2021 kam mit 700.000 Personen aus Syrien. Aus Rumänien kamen rund 300.000 Personen und etwa 230.000 Personen aus Polen. Weitere 2,2 Millionen Menschen kamen zwischen 2022 und 2024, vornehmlich aus der Ukraine – (rund 843.000 Personen), aus Syrien (rund 124.000 Personen) und der Türkei (rund 112.000 Personen).

Bei den seit 2015 Eingewanderten waren die häufigsten Gründe Asyl (31 Prozent), Erwerbstätigkeit (23 Prozent) sowie Familienzusammenführung (21 Prozent). Besonders bei den Männern waren Asyl (32 Prozent) und Erwerbstätigkeit (28 Prozent) die häufigsten Gründe, während Frauen überwiegend aufgrund von Asyl (30 Prozent) und Familienzusammenführung (26 Prozent) nach Deutschland kamen.

Migranten sind im Durchschnitt jünger als Einheimische

Besonders auffällig ist die hohe Zahl junger Menschen: In der Altersgruppe der 20- bis 39jährigen hatte 2024 mehr als jede dritte Person eine Einwanderungsgeschichte – 34 Prozent. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der über 65jährigen war dies nur jede siebte Person, etwa 14 Prozent.

Die durchschnittliche Altersstruktur der Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte liegt bei 38,2 Jahren, was etwa neun Jahre jünger ist als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung, die bei 47,4 Jahren liegt. (lb)

Migrantische Jugendliche in Berlin (Symbolbild). Foto: picture alliance / Wolfram Steinberg | Wolfram Steinberg
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