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Familienpolitik: Abtreibungszahlen erreichen 2024 ein neues Zehnjahreshoch

Familienpolitik: Abtreibungszahlen erreichen 2024 ein neues Zehnjahreshoch

Familienpolitik: Abtreibungszahlen erreichen 2024 ein neues Zehnjahreshoch

Eine schwangere Frau hält ihren Bauch. Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland steigt.
Eine schwangere Frau hält ihren Bauch. Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland steigt.
Schwangere Frau (Symbolbild): Kaum Abtreibungen wegen medizinischer Gründe. Foto: IMAGO / Cavan Images
Familienpolitik
 

Abtreibungszahlen erreichen 2024 ein neues Zehnjahreshoch

Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland steigt erneut an. Besonders eine Altersgruppe sticht hervor. Wie oft waren medizinische Gründe oder Sexualdelikte verantwortlich für den Schwangerschaftsabbruch?
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WIESBADEN. Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland hat 2024 ein neues Zehnjahreshoch erreicht. Das Statistische Bundesamt meldete mehr als 106.000 Fälle für das vergangene Jahr. Im Vergleich zu 2023 ist dies ein Zuwachs von 0,2 Prozent. Der Zehnjahresverlauf zeigt jedoch einen Anstieg von knapp sieben Prozent beziehungsweise 6.740 mehr Abtreibungen im Vergleich zu 2014.

69 Prozent aller Abtreibungen fielen auf die Altersgruppe zwischen 18 und 34 Jahren. Bei Frauen zwischen 15 und 24 Jahren sank die Zahl im Zehnjahreszeitraum um 2.200 Fälle auf etwa 8.000, während sie zeitgleich bei Frauen zwischen 30 und 44 Jahren um 9.300 deutlich auf rund 14.000 Abtreibungen anstieg. Das Statistische Bundesamt erkennt dahinter teilweise eine Korrelation zur demographischen Entwicklung. Demnach sank die Zahl der 15- bis 17jährigen Frauen für diesen Zeitraum um 4,6 Prozent und die der 20- bis 24jährigen um 3,9 Prozent. Die Zahl der 30- bis 34jährigen stieg indes um 6,9 Prozent und die von 35 bis 39 Jahren um 16,9 Prozent.

Kaum medizinische Gründe oder Sexualdelikte bei Abtreibungen

96 Prozent der Abtreibungen wurden nach der sogenannten Beratungsregelung durchgeführt. Medizinische Gründe oder Sexualdelikte machten lediglich vier Prozent der Fälle aus. Knapp die Hälfte der Schwangerschaftsabbrüche erfolgte mittels der Absaugmethode, auch Vakuumaspiration genannt. Diese Methode gilt als Standardverfahren und wird hauptsächlich ambulant angewandt. Bei 41 Prozent wurde das synthetische Steroid „Mifegyne“ verabreicht, das hormonell wirkt.

80 Prozent der Frauen trieben innerhalb der ersten zwei Monate der Schwangerschaft ihr Ungeborenes ab. In über 3.000 Fällen kam es noch nach der zwölften Schwangerschaftswoche zu Abtreibungen. Der erste Herzschlag beginnt bereits in der fünften Woche. Knapp 60 Prozent der betroffenen Frauen waren ledig, 38 Prozent verheiratet. Die meisten Abtreibungen fanden in Nordrhein-Westfalen statt (23.815), gefolgt von Bayern (12.235), Baden-Württemberg (11.075) und Berlin (10.280). (rsz)

Schwangere Frau (Symbolbild): Kaum Abtreibungen wegen medizinischer Gründe. Foto: IMAGO / Cavan Images
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