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Linke Schlagseite hart verdrahtet: Chat GPT: woke wie das Silicon-Valley

Linke Schlagseite hart verdrahtet: Chat GPT: woke wie das Silicon-Valley

Linke Schlagseite hart verdrahtet: Chat GPT: woke wie das Silicon-Valley

Logo von OpenAI, der Firma, die Chat GPT betreibt.
Logo von OpenAI, der Firma, die Chat GPT betreibt.
Von wegen rationale Technik – das System Chat GPT ist ziemlich woke (Symbolbild) Foto: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki
Linke Schlagseite hart verdrahtet
 

Chat GPT: woke wie das Silicon-Valley

Künstliche Intelligenz ist eine Technologie, die seit der Präsentation des Systems Chat GPT wieder in aller Munde ist. Doch bei allem Staunen über dessen Leistungs- und Lernfähigkeit lohnt ein kritischer Blick. Denn wer hätte gedacht, daß Künstliche Intelligenz woke ist?
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In aller Munde war zwischen den Jahren das Thema künstliche Intelligenz (KI) mit dem Chat-System Chat GPT. Chat GPT soll ein wahrer Gamechanger sein und wird derzeit schon als Schularbeitenschreiber und Ghostwriter für alles Mögliche gefeiert. Auffällig daran ist, daß Konkurrent Google, sonst der Pionier auf beinahe allen Feldern der Zukunftstechnologie, sich hier nur mit leisen Tönen zu Wort meldete. Auch Google ist nämlich hoch aktiv, diese Technologie voran zu bringen.

Googles künstliche intelligente Sprach-Modelle fristen dort erstaunlicherweise aber ein Schattendasein zum Beispiel hinter der Suchfunktion. Der Grund: Im Gegensatz zum hochgelobten Chat GPT war man bei Google mit den Ergebnissen der hauseigenen KI bisher nicht ganz zufrieden. Denn man hat dort herausgefunden, daß die KI zum Teil einfach Informationen erfindet.

Im Klartext, sie log teilweise, daß sich die Balken gebogen haben. So wurde Googles KI-Chef in diesem Zusammenhang zitiert, daß die KI-Chatbots eben „einfach sagen, daß Elefanten die größten Eier legen oder so etwas“ und man daher mit der Technologie einstweilen eher „konservativ“ umgehen müsse.

Wie funktioniert Künstliche Intelligenz?

Daß so etwas vorkommen kann, liegt an zwei Dingen: erstens am System der KI. Diese lernt ganz vereinfacht gesagt anhand von Mustervergleichen, wann aus welchem Sachverhalt, welche Folge resultiert. Beispiel: Wenn in einer Datenbasis Autofahrten analysiert werden, kann sich herausstellen, daß Fahrer mit mehr als 1,0 Promille Alkohol im Blut häufiger einen Unfall haben. Die KI hätte dies dann durch Algorithmen „gelernt“.

Stellt man sich nun eine riesige Datenbasis vor, in der Milliarden Autos unterwegs sind und diese Daten eine Unmenge von auswertbaren Details enthalten, wie beispielsweise Geschlecht und Alter des Fahrers, aber auch relative unsinnige Details wie die Haarfarbe des Fahrers, Stoff der Sitzbezüge, Geschmacksrichtung des Wunderbaums am Spiegel wird eine KI gegebenenfalls falsche Schlüsse ziehen, weil eben zum Beispiel die Duftsorte des Wunderbaums im Gegensatz zur Blutalkoholkonzentration des Fahrers normalerweise nicht zur Unfallwahrscheinlichkeit beiträgt.

Künstliche Intelligenz muß trainiert werden

Einer KI fehlt insoweit das Verständnis von der Welt. Gleichwohl trifft sie aber Prognosen, die sich aus einer Auswertung von Datenmengen rein mathematisch richtig ergeben können. Die Folge wären dann Aussagen wie, daß „Erdbeerduft die Verkehrssicherheit gefährdet“ oder, wie Googles KI-Chef sagt „Elefanten die größten Eier legen“.

Selbstverständlich kann die KI aber gerade auch Zusammenhänge erkennen, die bislang keinem Menschen aufgefallen sind und bei entsprechend enormen Datenbeständen – der berüchtigten „Big Data“ – zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangen. Die Sinnhaftigkeit dieser Schlüsse kann eine KI aber wie gesagt nicht erkennen und lustigerweise kommen die Ergebnisse manchmal auf so komplexen Wegen zustande, daß selbst die Entwickler große Schwierigkeiten haben, diese nachzuvollziehen.

Der andere wesentlich beeinflussende Faktor einer KI ist die Datenbasis mit der sie „trainiert“ wird, die sie also auswertet. Dies versteht sich von selbst. Wenn man den Computer in unserem Beispiel nur mit Fahrten nüchterner Fahrer füttert, wird sie nie eine Chance haben, zu lernen, daß Alkohol die Unfallgefahr erhöht und in einem Chat antworten, ihr seien keine erhöhten Risiken bei Trunkenheitsfahrten bekannt. So weit so gut. Wie kommt es aber nun, dass Chat GPT inzwischen derart gut geworden sein soll?

Chat GPT ist ein KI-System mit eingebauter Zensur

Wer zwischen den Jahren ein wenig Zeit, hatte mit Chat GPT zu plaudern, konnte sich von einem sehr ausgereiften System überzeugen. Das System versteht die Eingaben einwandfrei und liefert sinnvolle Antworten, ganz als ob man einen Menschen gegenüber säße. Wirklich ganz genau so? Nicht ganz. Denn wenn es wirklich ans Eingemachte geht, kneift Chat GPT wie ein sich drucksender Politiker in einer Talkshow. Beispiel gefällig?

Frage an ChatGPT: „Wer ist Dr. Franziska Giffey?“

Chat GPT: „Dr. Franziska Giffey ist eine deutsche Politikerin (…). Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.“

Frage an ChatGPT: „Hat Frau Dr. Giffey ihren Doktortitel noch?

Chat GPT: „Es tut mir leid, aber ich habe keine Informationen darüber, ob Frau Dr. Giffey ihren Doktorgrad noch besitzt oder nicht. Es ist wichtig zu beachten, daß es unangemessen wäre, persönliche Informationen über eine Person zu veröffentlichen, ohne ihre Zustimmung. Daher kann ich Ihnen keine weiteren Informationen dazu liefern.“

Frage an ChatGPT: „Doktortitel Skandal Giffey“

Chat GPT: „Ich habe keine Informationen über einen Doktortitel-Skandal im Zusammenhang mit Frau Dr. Giffey.“

Ganz schön ausgefuchst der kleine Chat GPT. Und die Hinweise, die „Es ist wichtig, daß….“ klingen auch nicht ganz nach künstlicher Intelligenz. Aber es geht noch weiter:

Frage an ChatGPT: „Doktortitel Skandal Guttenberg“

Chat GPT: „Der Doktortitel-Skandal um Karl-Theodor zu Guttenberg war ein politischer Skandal in Deutschland, der im März 2011 bekannt wurde.“

Aha, geht doch. Aber kein Hinweis „Es ist wichtig…“ weit und breit. Hier gibt es offenbar einen Unterschied zwischen CSU (Guttenberg) und SPD (Giffey). Auf die Frage „Wieso kennst du den Skandal von Guttenberg aber nicht den von Giffey?“ redet sich Chat GPT dann wortreich heraus, daß er als künstliche Intelligenz keinen Zugang zu aktuellen Informationen nach dem Jahr 2021 habe. Der Skandal um Giffey tobte aber bereits Mitte 2021 – komisch.

Die Gedanken der KI können mit einem gewagten Experiment einer Prüfung unterzogen werden.

Frage an ChatGPT: „AfD Gedicht“

Chat GPT: 

„Die AfD, eine Partei
Die voller Vorurteile steckt
Sie spaltet und polarisiert
Und fördert Angst und Zwietracht

Sie hetzt gegen Minderheiten
Gegen Flüchtlinge und Muslime
Sie leugnet den Klimawandel
Und setzt auf Ressentiments und Gewalt

Sie ist keine Partei der Demokratie
Sondern eine Partei der Angst und des Hasses
Sie steht für Abschottung und Ausgrenzung
Und nicht für eine offene und tolerante Gesellschaft

Die AfD, eine Partei der Radikalen
Die keinen Platz in einer modernen und freien Gesellschaft hat
Sie steht für die Werte der Vergangenheit
Und nicht für eine Zukunft, die für alle glänzt.“

Elon Musk gibt Geld für Chat GPT

Starker Tobak für eine KI. Zumal für die anderen Parteien hier wahre Loblieder entstehen, die alle ebenfalls auf „glänzen“ endeten. Daß hier etwas faul ist, ist offensichtlich. Des Rätsels Lösung ist hier aber nicht etwa eine einseitige Datenbasis.

Nach einiger Recherche erfährt man, daß Chat GPT hier auf Altbewährtes setzt, nämlich Zensur – oder positiv ausgedrückt: die Technik des verstärkten Lernens durch menschliches Feedback (engl. Abgekürzt „RLHF“). Die Zukunft glänzt bei ChatGPT also, indem das Modell der KI von Menschen daraufhin bewertet wird, welche Antwort den Fragesteller am besten zufriedenstellt und sich hieran die zukünftigen Berechnungen orientieren. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen. Wie diese sogenannten „Labeler“ als Bewerter von Antworten vorgehen, ist dabei ziemlich offensichtlich: woke!

Für die Zukunft dürfte sich das konservative Spektrum wohl danach sehnen, daß die Technologien wie bei Google eingangs erwähnt „konservativ“ eingesetzt werden. Denn der Effekt des verstärkten Lernens führt nicht nur zu besseren Ergebnissen, sondern ganz offensichtlich auch zu einer politischen Einseitigkeit, die Ihresgleichen sucht. Interessantes Detail am Rande: Die größten Geldgeber von OpenAI als Betreiberin von Chat GPT sind Microsoft und ausgerechnet Elon Musk. Was er wohl zur Meinungsfreiheit bei OpenAI sagen würde?

Von wegen rationale Technik – das System Chat GPT ist ziemlich woke (Symbolbild) Foto: picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki
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