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Neue Technologien: www.medizin-welt.info

Es gibt die grüne und die rote Gentechnik, und jetzt gibt es auch ein grünes und ein rotes Ikea. Das grüne Ikea ist das, was wir alle kennen, praktisch und relativ harmlos, wenn man nicht gerade ein Regalbrett vor den Kopf bekommt. Das rote Ikea beginnt gerade seinen Siegeszug und wendet das kostengünstige Do-it-yourself-Prinzip auf die Medizin an. Um vierzig Prozent ist der Umsatz an Medikamenten seit Einführung der Praxisgebühr gesunken! Sind das alles Spontanheilungen infolge erhöhter Motivation? Im Netto-Markt wird neuerdings Pepsin-Wein angeboten. Die Jüngeren kennen es gar nicht mehr: Pepsin-Wein ist ein altes Hausmittel gegen Magenverstimmung. Wenn Magenbeschwerden mit der Nahrung hereinkommen, dann gehen sie mit dem Stuhl auch wieder heraus, lautet eine noch ältere Volksweisheit. Aber da wir nun einmal daran gewöhnt sind, etwas zu schlucken, bietet „Ikea rot“ eine breite Palette von Placebos. Schwieriger wird es schon bei Operationen, im Ärztejargon „OP“ genannt (man sollte sich darin langsam üben). Es gibt kaum jemand, wo die Narkose allein genügt hätte, um einen subjektiven Leidensdruck auf Dauer zu beseitigen. Zumal gerade bei der Narkose der teure Fachmann wohl unverzichtbar ist – es sei denn, man wollte ältere Verwandte einem längst fälligen Test auf Lebenstauglichkeit und Widerstandsfähigkeit unterziehen. Eine Pionierleistung kommt von Loriot, der mit aufgeschlagenem Fachbuch zur Seite die Schwiegermutter auf dem Küchentisch operiert, während Töchterchen die Instrumente anreicht. Und wer wirklich mal nicht weiterweiß, für den gibt es immer noch das Internet. Unter www.medizin-welt.info finden Sie kostenlos aktuelle Informationen aus Wissenschaft und Forschung sowie Beratung durch ausgewiesene Experten. „Was soll ich machen, wenn während der Darmspiegelung plötzlich der Kreislauf zusammenbricht?“ Solche Fragen sollten Sie allerdings nicht erst dann stellen, wenn es so weit ist, sondern möglichst schon im Vorfeld abklären. Dabei helfen ausführliche Dossiers zu den einzelnen Krankheitsbildern. „In unserer Zeit, in der immer mehr Arztbesuche zusätzliches Geld kosten, sind 55 Prozent der Menschen daran interessiert, sich selbst zu helfen, wenn es irgend möglich ist“, heißt es in der Einführung des Portals. Gesundheitspolitiker werden den neuen Trend begrüßen. Ärzte und Apotheker hingegen sind die bedauernswerten Opfer der Innovation. Darin gleichen sie den klassischen Möbelhäusern, die ob ihrer „Apothekenpreise“ von inzwischen schon drei Ikea-Generationen nur noch mit Hohn bedacht werden. Dreitausend Euro für eine Sitzgruppe? Es geht auch billiger, und wenn es nicht ganz so lange hält, dann hat man wenigstens Spaß gehabt und sein Selbstbewußtsein gestärkt. Denn Reisen wird man sich auch immer weniger leisten können. Warum dann nicht eine Reise in den eigenen Körper?

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