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Belastende Verwandtschaften

Eigentlich ist die Informationen nicht neu: Amerikas „first family“, die mit George W. Bush vielleicht noch weitere vier Jahre den US-Präsidenten stellen wird, war mit dem Nationalsozialismus „verstrickt“. Neue Dokumente, die in der US-Kongreßbibliothek und im Nationalen Archiv gefunden und vor kurzem in der britischen Tageszeitung The Guardian veröffentlicht wurden, dokumentieren den großen Umfang der Beziehungen. Demnach soll die US-Firma BBH, für die George Walker Bushs Großvater Prescott arbeitete, ein Tochterunternehmen der Thyssen-Gruppe gewesen sein. Fritz Thyssen wiederum zählte zu den Unterstützern der NSDAP. Darüber hinaus leitete Prescott die US-Bankengruppe UBC, die für die Finanzen der Thyssen- Firmen in Übersee zuständig war. Mit dieser bauten Thyssen und Bush bereits in den zwanziger Jahren ein umfangreiches Spendennetzwerk für die Nationalsozialisten auf. Über die gemeinsame Firma Hamburg-Amerika-Linie (in der heutigen Hapag Lloyd aufgegangen) transferierten sie Millionenbeträge nach Deutschland, welche auch den Bau des „Braunen Hauses“ in München ermöglicht haben sollen. Laut Forschungen des Leiters des Florida Holocaust Museum, John Loftus, habe Prescott Bush auch als Direktor bzw. Aufsichtsrat in zwei Banken der New Yorker Wall Street, der Brown Brother Harriman und der Union Banking Corporation eine wesentliche Rolle bei der Transferierung von mehreren Millionen Dollar auf die 1916 von Thyssen gegründete Bank voor Handel en Scheepvaart in Rotterdam gespielt. Der Bush-Clan war aber auch an deutschen Firmen direkt beteiligt. So zum Beispiel über die Union Banking Corporation an einem Stahlwerk in Schlesien, in dem später auch Zwangsarbeiter auch aus Auschwitz beschäftigt waren. An dem schlesischen Stahlwerk war auch IG-Farben beteiligt. Die vom Guardian zitierten Dokumente beweisen, daß neben Prescott Bush der Unternehmer Friedrich Flick Mehrheitseigentümer des besagten Stahlwerks gewesen ist. Allerdings ist unklar, bis zu welchem Zeitpunkt das schlesische Stahlwerk zum Portfolio der New Yorker Bank gehörte. Daß US-Amerikaner im „Nazi-Deutschland“ der dreißiger Jahre investierten, war zunächst nicht anrüchig, räumt der Guardian freimütig ein. Bereits der US-Botschafter William E. Dodd bemerkte in einem Interview in der New York Times 1937 kritisch, daß „eine Clique von US-Industriellen versessen darauf ist, unseren demokratischen Staat durch ein faschistisches System zu ersetzen, und eng mit den Regimes in Deutschland und Italien zusammenarbeitet. Ich hatte auf meinem Posten in Berlin oft Gelegenheit zu beobachten, wie nahe einige unserer amerikanischen regierenden Familien dem Naziregime sind. Sie trugen dazu bei, dem Faschismus an die Macht zu verhelfen und sind darum bemüht, ihn dort zu halten.“ Doch nach Ausbruch des Kriegs mit Polen 1939 hätten die wirtschaftlichen Aktivitäten abnehmen müssen – meinen zumindest später geborene britische Journalisten. Spätestens als Anfang der 1940er Jahre in den US-Medien über Konzentrationslager berichtet wurde, hätte man mit Deutschland kein Geld mehr verdienen dürfen: Dieser Ansicht sind zumindest zwei Holocaust-Überlebende, die 2001 einen Prozeß gegen die USA und die Familie Bush anstrebten, und eine milliardenschwere Wiedergutmachung forderten. Zwar ließ ein US-Gericht die Klage nicht zu, aber der Internationale Gerichtshof in Den Haag, der daraufhin eingeschaltet wurde, wird noch in diesem Jahr darüber entscheiden. Denn Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehören nicht mehr zu den „inneren Angelegenheiten“ eines Staates. Am 22. Januar 1944 erklärte US-Präsident Franklin D. Roosevelt, man müsse alles tun, um die Juden in Europa zu retten. Doch angeblich soll auf Druck von Prescott Bush und anderen Unternehmern, die in Deutschland investiert hatten, diese Forderung „neutralisiert“ worden sein. Allerdings ist dieser im Guardian behauptete Einfluß zweifelhaft, da zu dieser Zeit gegen Prescott Bush wegen des Verstoßes gegen den „Trading with the Enemy Act“ vorgegangen und sein Vermögen sogar bis 1951 unter staatliche Kontrolle gestellt wurde. Dieses Gesetz verbot US-Bürgern Geschäfte mit Unternehmen im Besitz von Bürgern eines Staates, der zu den politischen Feinden der Vereinigten Staaten gerechnet wurde. Ohne Zweifel sind die „Enthüllungen“ in der britischen Presse Teil des laufenden US-Wahlkampfes. Ob sie etwaige Wahlströme beeinflussen, ist eher zweifelhaft. Aber zumindest aus dem ideologischen Block der „Alleinschuld-These“ brechen sie kleine Stückchen heraus. Foto: Prescott Bush (M.) mit Familie. Sein Sohn George (hinten links) mit Enkel George W. Bush: „Enthüllungen“ zur rechten Wahlzeit

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