Neue Technologien: PSI-Phänomene

Sogenannte Glaubensfragen lösen sich irgendwann durch neue technische Einblicke. Bei dem umstrittenen Unterschied zwischen Mann und Frau haben wir die große Lösung noch vor uns, beim Einfluß von Erziehung oder Vererbung ist man schon auf dem Wege, und bei der sogenannten Parapsychologie gibt es gerade einen Durchbruch. Wie meist liegt auch hier die empirische Wahrheit zwischen zwei Dogmen ungefähr in der Mitte. Gibt es Menschen, die ihren eigenen Körper verlassen können? Was ist mit den oft beschriebenen Wahrnehmungen von Herztoten, die sich selbst über dem Bett gen Himmel schweben sehen? Ja, heißt die Antwort, es gibt diese Phänomene, Uri Geller und seine Kollegen sind keine bloßen Scharlatane, aber mit Mystik hat das alles wenig zu tun. Wir erinnern uns an die „ferngesteuerten“ Ratten, denen mittels Elektroden im Gehirn Befehle gegeben wurden. Ohne äußeren Anlaß liefen die Tiere vorwärts oder rückwärts und wagten sogar hohe Sprünge. Wir hatten gemutmaßt, wann ähnliche Versuche auch am Menschen stattfinden würden. Nun ist es soweit. Zufällig entdeckte der Schweizer Hirnforscher Olaf Blanke bei der Untersuchung einer Epilepsie-Patientin ein Hirnareal, das bei elektrischer Stimulation eine fiktive Wahrnehmung meldet: „Ich fühle mich leicht und schwebe in etwa zwei Meter Höhe. Unten sehe ich meinen Körper über dem Bett liegen.“ Nun sind solche „Trips“ von Träumen und unter Drogen wie LSD längst bekannt. Der Unterschied liegt in der gezielten Machbarkeit der Illusionen. Schizophrene sprechen von „gemachten“ Gedanken, sie fühlen sich wie von „fremden Kräften ferngesteuert“. Wie die Parapsychologie werden sie nun von der Forschung bestätigt. Um seine Entdeckung zu einer festen Methode auszubauen, hat Blanke am Universitätskrankenhaus Genf den Angular Gyrus als Entstehungsort der Visionen ausgemacht, ein Hirngebiet, das unter anderem für die Wahrnehmung des eigenen Körpers und das Gleichgewicht zuständig ist. Auch andere Eindrücke, etwa das Versinken im Boden, sind auf diese Art hervorzurufen. Die Affinität von Stromleitungen mit den Nervenbahnen im Körper ist vielfach deutlich. Beim epileptischen Anfall krampft sich das Gehirn ähnlich zusammen wie unter einem elektrischen Schlag, der als „Elektroschock“ in der Psychiatrie gewisse Erfolge erzielt. Es ist also längst kein Sakrileg mehr, neben den chemischen auch physikalische Experimente mit der Seele anzustellen. Patienten müssen sehr krank sein, um dem Elektroschock als ultima ratio zuzustimmen. Ob sich in Zukunft Menschen aus reiner Abenteuerlust ins Gehirn greifen lassen? Die „Bewußtseinserweiterung“ könnte eine Auferstehung feiern – zumal die elektrische Methode bedeutend „sauberer“ ist als der Weg über herkömmliche Rauschmittel.

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