Profiteur der Air-Berlin-Pleite

Lufthansa erzielt bestes Ergebnis ihrer Geschichte

FRANKFURT/MAIN. Die Lufthansa-Gruppe hat 2017 einen Rekordgewinn von 2,36 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das waren 33,1 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir haben das beste Ergebnis in der Geschichte unseres Unternehmens erzielt“, erklärte Vorstandschef Carsten Spohr bei der heutigen Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main. Der Konzernumsatz stieg allerdings nur um 12,4 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro.

Die Lufthansa AG, zu der neben größten deutschen Fluglinie unter anderem auch Austrian, Brussels Airlines, Swiss und die Billigfliegertochter Eurowings sowie die Hälfte der türkischen Sunexpress gehören, habe im Jahr 2017 insgesamt rund drei Milliarden Euro investiert, rund ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor, teilte der Konzern mit.

Dividende-Plus von 60 Prozent erwartet

Das liege auch an Investitionen von rund 900 Millionen Euro für Flugzeuge aus dem Air Berlin-Flugbetrieb. „Die höheren Investitionen spiegeln auch den größer gewordenen Konzern wider. Das Verhältnis unserer Investitionen zum Umsatz bleibt aber auf dem Niveau der erfolgreichsten Airlines weltweit“, erläuterte Lufthansa-Finanzvorstand Ulrik Svensson. Die Dividende steigt von 50 Cent auf voraussichtlich 80 Cent, was ein Plus von 60 Prozent wäre.

Für 2018 wird ein etwas geringeres Gewinnwachstum erwartet, was unter anderem an der 700 Millionen Euro höheren Treibstoffkostenprognose liege, hieß es auf der Bilanzpressekonferenz.

Britische Easyjet als Air-Berlin-Ersatz?

Die Passagierzahl der Lufthansa-Gruppe stieg von 110 Millionen (2016) auf 130 Millionen (2017). Sie lag damit wieder vor dem irischen Billigflieger Ryanair. Nach dem Air-Berlin-Aus war die Lufthansa ab Herbst vergangenen Jahres auf vielen innerdeutschen Linien ohne Konkurrenz, was die Flugpreise enorm anstiegen ließ. Erst seit Januar 2018 versucht die britische Easyjet auf einigen lukrativen Strecken wie Berlin-München in die Lücke von Air Berlin zu springen.

Für die Interkontinentalstrecken von Air Berlin gibt es bislang keinen adäquaten Ersatz. Die Lufthansa versucht stattdessen Passagiere von den Air-Berlin-Drehkreuzen Düsseldorf und Berlin nach Frankfurt und München oder zum Eurowings-Hauptflughafen Köln-Bonn zu lotsen. (fis)

Startende Lufthansa-Maschine Foto: dpa

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