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Bezuschußte Zettelwirtschaft

Der Sparhammer schlägt voll auf den öffentlichen Personennahverkehr ein. 3,1 Milliarden Euro will der Bund in diesem Sektor von 2006 bis 2009 einsparen. Der Katzenjammer ist groß, die Union profiliert sich als Autofahrerpartei. Kommentatoren sind sich da mit ihren Urteilen parteiübergreifend einig. Dennoch wird man fragen dürfen, ob die Zuschüsse immer sinnvoll verwendet wurden, etwa wenn man in der Region Freiburg öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Denn hier gibt es zwar im Preis-Leistungsverhältnis eine als vorbildlich geltende Regiokarte, die rund 40 Euro kostet. Mit dieser Karte kann man vier Wochen vom Schluchsee im Hochschwarzwald über Freiburg bis zum Rhein beliebig herumfahren, sogar der Nachbarkreis Emmendingen ist inklusive.

Die Regiokarten aus Pappe sind in Bus und Bahn gleichermaßen vorzeigbar. Es gibt aber auch Karten aus Plastik mit Magnetstreifen, die im Bus gelesen werden können, aber im Zug nur zusammen mit dem Kaufbon gelten. Übertragbar ist die Karte auch. Aber was, wenn die Ehefrau den Bon in ihrem Geldbeutel hat und der Mann beim Zugfahren nur die Plastikregiokarte vorfindet? Das macht 40 Euro Strafe, wobei man eigens in Freiburg als Sünder vorstellig werden muß. Man kann das nur eine Zettelwirtschaft nennen, die alles andere als verbraucherfreundlich ist. Nun ist das kein Grund, Zuschüsse zu kürzen, aber doch Mahnung genug, Geld an verbraucherfreundliche Auflagen zu knüpfen. Doch dieser Zug könnte schon abgefahren sein. Dann wird man aus der Not heraus sich überlegen müssen, wie ein Regioverkehrsverbund, der seine Leistungen wird zusammenstreichen müssen, mit Kundenfreundlichkeit dennoch weiterkommt.

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