Nur eine Frage des Bewußtseins

Die spannendsten Fragen beschäftigen sich mit der Entstehung der Erde und der Artenvielfalt. Jahrtausendelang gab man sich damit zufrieden, daß „Gott die Welt erschaffen“ hat, aber dann reichte diese Erklärung nicht mehr aus. Parallel mit seiner metaphysischen „Versteinerung“ drang der Menschen immer weiter ein in die Welt der materiellen Prozesse. Hier wurden neue Glaubenssätze formuliert, wie etwa die Theorie des Urknalls, die inzwischen von einigen Wissenschaftlern wieder bezweifelt wird. Von der Artenvielfalt nimmt man an, daß zuerst ein primitiver Einzeller „irgendwie da war“, aus dem sich dann mittels Genmutation komplexe Wesen entwickelten. Natürlich in einem Zeitraum von Millionen von Jahren. Die Forscher sprechen in diesem Zusammenhang von der „Kambrischen Explosion“, wo urplötzlich eine große Zahl zuvor unbekannter Vielzeller auf der Erde auftauchten. Vor 540 Millionen Jahren soll das gewesen sein. Eine kleine Fraktion der Paläontologen ist hingegen der Ansicht, daß es schon vor dieser Zeit komplexe Lebewesen gab – beweisen konnte sie das bisher allerdings nicht. Doch nun scheint die gängige Theorie der Artenbildung zu wanken, denn chinesische Forscher haben die ältesten bekannten Vielzeller mit klar definierten Körperhälften gefunden. Die 0,2 Millimeter kleinen Tiere sollen sich 50 Millionen Jahre vor der „kambrischen Explosion“ entwickelt haben, behauptet Jun-Yuan Chen von der Universität Nanjing, was von einigen Kollegen natürlich bezweifelt wird. Für Laien, die mit den Dimensionen von Millionen Jahren wenig anfangen können, bleibt das ungute Gefühl, daß wir letztlich nichts wissen von den Anfängen. Also doch alles nur eine Frage des Bewußtseins?

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