Joachim Kuhs

 

Telefone ohne „Blaue Engel“

Die Wirkung elektromagnetischer Felder auf die mensch-liche Gesundheit ist noch nicht klar bewiesen; sie stehen aber unter dem begründeten Verdacht, für Kopfschmerzen, Krebs oder Mißbildungen mitverantwortlich zu sein. Sicher ist nur, daß die von Mobiltelefonen ausgehenden Strahlungen sogar intensiver sind als die von Mobilfunkmasten, gegen die es vor allem im süddeutschen Raum Bürgerproteste gibt. In einigen Gemeinden dürfen keine weiteren Mobilfunkmasten mehr aufgestellt werden. Ehe aber für alles der letzte Beweis vorliegt, haben vor einem halben Jahr das Bundesumweltministerium und das Bundesumweltamt (UBA) im Sinne eines vorsorgenden Verbraucherschutzes einen „Blauen Engel“ für Telefone kreiert, die relativ strahlungsarm sein sollen. Nicht ein einziger Hersteller hat das Umweltzeichen allerdings beantragt, auch wenn ein Produkt die Kriterien erfüllte. Hintergrund sei, daß die Verbraucher diejenigen Geräte, die den Standards für den Blauen Engel nicht genügen, identifizieren könnten. Das teilt das UBA-Monatsblatt Umweltzeichen in seiner Februarausgabe mit. Verbraucherschützer rechnen aber dennoch damit, daß das Umweltzeichen früher oder später kommen wird, sobald jemand einmal den Anfang gemacht hat. Dann können die Verbraucher nicht nur strahlungsarme Mobiltelefone auf einen Blick erkennen, sondern auch die Erfüllung von Anforderungen an die Wiederverwertbarkeit. Denn die Zeichennehmer verpflichten sich auch, Telefone nach Gebrauch zurückzunehmen und bei der Herstellung auf giftige Schwermetalle zu verzichten. Noch aber ist der „Blaue Engel“ des UBA auf Mobiltelefonen leider nur ein Phantom, also kaum mehr als ein Aprilscherz.

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