Superwahljahr

 

Kostspieliger Solarstrom

Der Streit zwischen Umweltminister Jürgen Trittin und Wirtschaftsminister Wolfgang Clement verzögert die Novelle des Erneuerbare-Energie-Gesetzes (EEG). Das wird vor allem den Bereich der Solarenergie treffen, da das 100.000-Dächerprogramm im Sommer ausgelaufen ist. Als Ersatz sollte die Solarenergie-Einspeisevergütung steigen. Solange aber Unklarheit herrscht, investiert niemand in die Photopholtaik. Ist das traurig? Ökologisch gesehen ist es sicher sinnvoller, wenn Staatsgelder für Alternativenergien verheizt werden statt für irgendwelche größenwahnsinnigen Großprojekte wie den Metrorapid oder Missionen zu fremden Himmelskörpern. Der Größenwahnsinn mag vielfach weitergehen, was unentschuldbar ist. Doch durch den einen Unsinn wird der andere nicht legitimiert, nämlich in Zeiten abgrundtiefer Haushaltslöcher die Welt mit Subventionen – in welcher Form auch immer – retten zu wollen. Wirtschaftlich schwierige Zeiten bremsen den technischen Umweltschutz immer aus. Eurosolar-Chef Hermann Scheer (SPD) beklagte das im Welt-Interview vom 20. Oktober, weil die deutsche Vormachtsstellung gegenüber Japan in der Anwendung der Photopholtaik gefährdet sei. Aber ein paar Großprojekte wie solche zum Mars weniger würden auch einen energetischen Nutzen bringen, allein schon weil für sie der volkswirtschaftliche Aufwand immens ist. Weniger sinnlose Großprojekte bedeuten auch weniger Wirtschaftswachstum, aber warum sollte man auf ein solches „Wachstum“ zum Himmel hinaus nicht verzichten? Gibt es da vielleicht etwas umsonst? Oder wollen die Deutschen als besonders eifrige Umweltschützer ganz einfach den im Orbit kreisenden Weltraumschrott einsammeln?

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