Bildschirmfoto_2013-03-05_um_12.48.19

In eigener Sache
 

Pressekonferenz mit JF-Reporter Billy Six

Foto_13_
Pressekonferenz mit dem Vater von Billy Six, Edward Six, Billy Six, JF-Pressesprecher Bastian Behrens, Chefredakteur Dieter Stein und JF-Redakteur Henning Hoffgaard (v.l.n.r.)
Foto_16_
Billy Six (rechts) mit JF-Chefredakteur Dieter Stein Fotos: JF

Mehrere Monate war der Reporter der JUNGEN FREIHEIT, Billy Six, in Gefangenschaft der syrischen Regierung. Nach seiner Freilassung landete er am Mittwochmorgen wohlerhalten auf dem Flughafen in Berlin-Tegel. Verfolgen Sie hier die Pressekonferenz mit Billy Six im Liveticker der JF.

11.50 Uhr: Ende der Pressekonferenz.

11.45 Uhr: Vergangenen Donnerstag dann die ersten Anzeichen, daß er freigelassen werde. Er habe seit dem viel zu essen bekommen und sei endlich satt geworden. Am Sonntag habe er sich dann kurz mit heißem Wasser waschen dürfen. Dies habe es vorher nicht gegeben. Auch habe er seine Sachen wieder bekommen. Dann mußte er aber doch wieder in seine Zelle zurück. Dienstag sei er dann geholt und in ein Auto gebracht worden.

Six: „Illegale Einreise war meine eigene Entscheidung“

11.40 Uhr: Six betont, die illegale Einreise nach Syrien sei seine Entscheidung gewesen. JF-Chefredakteur Dieter Stein habe ihn zuvor gewarnt, sich auf den Weg in das Bürgerkriegsgebiet zu machen.

11.38 Uhr: Six schildert, Regierungstruppen hätten Artikel von ihm gefunden, in denen er auch kritisch über die syrischen Rebellen berichtete. Diese seien ins Arabische übersetzt worden. Dies hätte ihm geholfen. Kritisch seien die Fotos gewesen, die er gemacht hatte und auf denen er zusammen mit Rebellen zu sehen war. Er hatte den Eindruck, daß der Chef des Geheimdienstes wußte, daß er Journalist und kein Terrorist sei. Six ist dennoch froh, daß er von Regierungstruppen verhaftet wurde und nicht von Milizen.

11.35 Uhr: Six: „Ich habe versucht, alle Spielräume zu nutzen. Ich hatte immer wieder depressive Phasen, aber ich habe auch immer wieder versucht, mich wieder aufzubauen. Der deutsche Paß war der Grund, warum ich nicht gefoltert wurde.“

„Ich dachte, vielleicht wollen die mich verschwinden lassen“

11.33 Uhr: Er habe Angst gehabt, dort nicht mehr herauszukommen. „Ich dachte, vielleicht wollen die mich verschwinden lassen.“ Ihm sei mit Gewalt gedroht, aber nicht angewendet worden. „Sie sagten zu mir: Keiner interessiert sich hier für Dich. Keiner weiß, daß Du hier bist.“

11.30 Uhr: Six berichtet, daß andere Inhaftierte in dem Gefängnis auch gefoltert wurden. „Ich hab das Blut von geschlagenen Rebellen auf den Gängen gesehen.“ Die Umstände in Damaskus seien „beschissen“ gewesen. Die Zeit in seiner Zelle habe er unter anderem damit verbracht, auf die Wände zu schreiben.

11.25 Uhr: Nun schildert Six seine Verhaftung. Er sei in der Provinz Hama in ein Gefecht zwischen Rebellen und Regierungstruppen geraten. Gefesselt sei er mit einem Taxi in ein Militärlager nach Muharta gebracht worden. Assads Truppen unterstellten ihm, ein Terrorist zu sein. Zwei Soldaten hätten ihm jedoch Tee gebracht. Das habe ihm gezeigt, daß die Verantwortlichen dort keine Monster seien. Nach zwölf Tagen wurde er in ein Gefängnis in Damaskus gebracht. Dort habe er zur Begrüßung eine Ohrfeige erhalten und mußte sich nackt ausziehen. Es folgten Isolationshaft und Verhöre mit verbundenen Augen und Handschellen. In der Zelle brannte Tag und Nacht das Licht. Im Verhör gab Six auch zu, in Israel gewesen zu sein.

Erste Dusche in diesem Jahr

11.20 Uhr: Billy Six berichtet: Gestern in der russischen Botschaft in Damaskus zum ersten Mal in diesem Jahr geduscht. Er lobt das Auswärtige Amt. Habe nur 28 Euro Gebühr bezahlen müssen. Six: „Die JF hat sich ein Bein für mich ausgerissen. So etwas gibt Vertrauen.“

11.15 Uhr: Stein rechtferigt die Einreise von Billy Six nach Syrien ohne Journalistenvisum. Six habe sich darum bemüht, es sei ihm aber von der syrischen Botschaft verweigert worden. Daß Six sich trotzdem auf den Weg nach Syrien gemacht habe, sei legitim. Andernfalls würde man keine Informationen aus dem Bürgerkriegsgebiet erhalten.

11.05 Uhr: JF-Chefredakteur Dieter Stein dankt den zahlreichen Journalisten, die über politische Gräben hinweg während der Gefangenschaft von Billy Six vermittelt und geholfen haben. Stein: „Das hat uns berührt.“ Sein Dank gilt auch den deutschen Behörden sowie der russischen Regierung, die entscheidend bei der Freilassung des JF-Reporters vermittelte.

11.00 Uhr: Billy Six tritt mit seinem Vater, JF-Chefredakteur Dieter Stein und JF-Redakteur Henning Hoffgaard im Haus der Bundespressekonferenz vor die Presse.

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
Hierfür wurden keine ähnlichen Themen gefunden.
aktuelles