Tücken der Technik

„Tut mir leid, meine Festplatte hat ihren Geist aufgegeben“ – „Mir ist der Rechner abgestürzt“ – „Ich konnte plötzlich nicht mehr speichern“ – „Mein Monitor hat sich verabschiedet“ – „Komisch, da muß was mit meinem Mailprogramm nicht stimmen“. Die Liste der Auskünfte, die Redakteure erhalten, wenn mal wieder ein Text nicht zum vereinbarten Termin eintrifft, ist lang. Meist soll daran die Technik schuld sein, was beim Redakteur zuweilen eine gehörige Portion Skepsis hervorruft. In der vergangenen Woche jedoch widerfuhr nun ausgerechnet unserem in dieser Hinsicht besonders skeptischen Literaturredakteur Matthias Bäkermann ein gar grausames Schicksal im Kampf mit den Tücken der Technik. Als er am Sonntagabend (!) zu Hause eine Rezension schreiben wollte, fing kurz vor Fertigstellung des Textes sein Bildschirm erst zu flackern an, bevor er dann endgültig den Dienst quittierte. Nichts ging mehr, alle Arbeit war umsonst getan, der Ärger groß. Weil die Besprechung aber unbedingt ins Blatt sollte, zeigte Bäkermann anderntags vorbildhaften Einsatz: Er organisierte sich in der Redaktion einen alten Monitor, fuhr damit quer durch die Stadt wieder nach Hause, klemmte ihn an seinen Rechner, speicherte die immerhin noch vorhandenen Textfragmente seiner Rezension auf Diskette und eilte zurück – und das alles im Dienste der Leser. Wow!

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