Harald Seubert, Philosophie-Professor

Wo möchten Sie am liebsten sein?

In einem bayerischen Kloster im Hochsommer, Platon lesend.

Wofür lassen Sie alles stehen und liegen?

Für ein Gespräch und eine Begegnung mit den wenigen wirklichen guten Freunden.

Was bedeutet Heimat für Sie?

Heimat ist jene Sphäre des Eigenen, die einen Vorklang des Paradieses gibt in ihrer Verläßlichkeit und die für die wechselnde Zukunft trägt.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?

Die Transparenz dieses Lebens auf Gott, die Beglückung aus dem philosophischen Gedanken.

Was haben Ihnen Ihre Eltern mitgegeben?

Einen preußischen Sinn für Pflicht­erfüllung, bajuwarische Grandezza und schwäbische Arbeitsenergie.

Welches Buch hat Sie nachhaltig beeinflußt?

Platons „Politeia“, Hegels „Phänomenologie des Geistes“.

Welche Musik mögen Sie?

Bachs Passionen und Oratorien.

Welches Ereignis ist für die Welt das einschneidendste gewesen?

Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, die der Geschichte eine Mitte setzt und sie zugleich transzendiert.

Was möchten Sie verändern?

Dazu beitragen, daß der immer dünner werdende Faden, der uns mit der zweitausendjährigen europäischen Tradition verbindet, nicht gänzlich reißt.

Woran glauben Sie?

An die Kraft des Geistes im und gegen den Weltlauf, was die Teilhabe des menschlichen Geistes am Heiligen Geist einschließt.

Welche Werte sollen wir unseren Kindern weitergeben?

Ein Leben in Orientierung am Maß des sokratisch-griechischen „Erkenne dich selbst“, an den Zehn Geboten, am Kategorischen Imperativ und der Hegelschen Sittlichkeit.

Welche Bedeutung hat der Tod für Sie?

Der Tod ist Grenze aller Philosophie, zugleich aber der Stachel, ohne den sie nicht zu ihrem Ernst und ihrer Tiefe käme.

Prof. Dr. Harald Seubert, Jahrgang 1967, studierte Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaften und Geschichte; langjährige Lehrtätigkeiten an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Halle-Wittenberg. Seit 2006 ist er Ordinarius für Kulturphilosophie und Ideengeschichte des deutschen Sprachraums an der Universität Posen.

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