Joachim Kuhs

 

Informationen, die man sonst nicht findet

Damit hatte keiner gerechnet. Die Resonanz auf die JF-Leserumfrage 2007 sprengte schier den Rahmen, und die Auswerter gerieten im kühlen März ins Schwitzen. Großen Dank an die 2.163 Teilnehmer (1.247 Zusendungen, 916 online), die sich die Zeit nahmen, die Fragen zu beantworten. 2.163 – das ist im Vergleich zur letzten Umfrage im November 2004 ein Plus von 87,9 Prozent. Jedes Meinungsforschungsinstitut würde sich ob solchen Zuspruchs die Finger lecken. Die JUNGE FREIHEIT ist jedoch kein Meinungsinstitut, sondern eine Zeitung, die wissen möchte, was ihre Leser wünschen, erwarten und vor allem, wie sie die JF beurteilen. Letzteres Ergebnis fällt famos aus. Über 90 Prozent der Befragten bewerten die JF insgesamt mit einem „sehr gut“ (30 Prozent) und „gut“ (60 Prozent). Traumwerte – mit einem gewissen Raum für Verbesserungen bei Themenwahl, graphischem Erscheinungsbild oder bei der Qualität der Fotos. Das spornt an. Mehr Interaktion auf der JF-Internetseite Auch außerhalb der inhaltlichen Beurteilung geben die Leser der Zeitung ein gutes Zeugnis. Knapp 80 Prozent werten den Umfang von 20 Seiten als gerade richtig. Etwas weniger, nämlich 70 Prozent, empfinden auch das Format der Zeitung als passend. Wogegen immerhin nicht zu unterschätzende 30 Prozent der Befragten erklärten, ihnen wäre ein kleines Format à la taz oder Welt-kompakt lieber. Sage und schreibe 90 Prozent der Leser halten den Verkaufspreis der JF für angemessen (66 Prozent) respektive für erträglich (24 Prozent). Und nur jeweils fünf Prozent finden ihn zu hoch oder zu niedrig. Wer ist nun dieser typische JF-Leser, der auf die Frage „Welche Rubriken sollten neu eingeführt werden?“ Sicherheitspolitik und Militär, gefolgt von Kirche und Religion, Wissenschaft und Technik nennt? Die Zahlen sprechen für sich. 28 Prozent von ihnen sind Rentner, 21 Prozent arbeiten in einem Angestelltenverhältnis, selbständig beziehungsweise freiberuflich tätig sind 17 Prozent, 14 Prozent sind Beamte und halb so viele, sieben Prozent, Studenten. Überdurchschnittlich vertreten sind Leser im Alter ab 50 Jahren. 51 Prozent sind verheiratet, 29 Prozent ledig, acht Prozent leben in eheähnlicher Gemeinschaft, und jeweils fünf respektive vier Prozent sind geschieden oder verwitwet. Knapp 60 Prozent der Leser verfügen über ein monatliches Netto-Haushaltseinkommen von 2.000 Euro und mehr (siehe Grafik). Auf Basis aller Abonnenten verfügt die JF-Leserschaft somit monatlich über ein Einkommen von insgesamt rund 30 Millionen Euro. Das will erst einmal erwirtschaftet sein. Wobei man allerdings auch nicht vergessen darf, daß über 80 Prozent der Leser das Abitur besitzen und über 50 Prozent akademisch gebildet sind. Werte, die hellhörig machen. Denn auch die „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“-Frankfurter Allgemeine Zeitung kann „nur“ mit einem Anteil von 56,6 Prozent Leser aufwarten, die die Hochschulreife besitzen. Wo leben nun die Leser der JUNGEN FREIHEIT? Zieht man die Abonnentendichte zu Rate und legt den Bundesdurchschnitt von 100 zugrunde, finden sich in Berlin (180), Hamburg (153), Schleswig-Holstein (143) und Hessen (133) die meisten Leser. Unterdurchschnittlich vertreten sind sie dagegen noch in Nordrhein-Westfalen (76), Mecklenburg-Vorpommern (68), Thüringen (61) oder in Sachsen-Anhalt (50). Doch egal, ob in der Hauptstadt oder in der Magdeburger Börde als Medium, setzen die JF-Leser zu 85,9 Prozent auf die Druckausgabe. Einen Mix aus Druck- und Internet­ausgabe bevorzugen 27,8 Prozent, und 14 Prozent lesen die JF nur im Internet (siehe Grafik). Und gerade in dieser immer größer werdenden Lesergemeinde gibt es ein weitgefächertes Interesse an Neuerungswünschen. Die Mehrheit, genauer gesagt 62 Prozent, wünscht sich mehr Interaktion auf der JF-Internetseite. Davon plädieren 32 Prozent für die Einführung von tagesaktuellen Meldungen, 22 Prozent favorisieren Umfragen, und 21 respektive 19 Prozent setzen sich für die Einrichtung von Foren und für Kolumnen („Weblogs“) ein. Vollauf zufrieden sind die Leser der JF dann aber mit dem kostenlos zugänglichen Online-Archiv der JF mit seinen über 28.000 Artikeln. Eine auch nur moderate Nutzungsgebühr lehnen 61 Prozent ab. Protest gegen die Political Correctness Zurück zur fest in der „Gesellschaft verwurzelten, engagierten“ Leserschaft (JF 7/05), die beim JF-Buchdienst zu 70 Prozent auf ein „sorgfältig ausgewähltes Sortiment mit wenigen, aber erstklassigen Titeln“ Wert legt. 26 Prozent (Umfrage 2004: 28,1 Prozent) gehören der evangelischen und 23 Prozent (22,6) der katholischen Kirche an, 14 Prozent (15) sind Mitglied einer Partei, 13,5 Prozent (12,4) Mitglied in einer Studentenverbindung oder bei einer bündischen Gruppe, acht Prozent (8) sind in einem Soldaten- sowie fünf Prozent in einem Vertriebenenverband (9). Drei Prozent sind Mitglied in einer Gewerkschaft, und zwei Prozent (4,8) bekennen sich zu einer evangelischen Freikirche. Wie sind sie auf JF aufmerksam geworden, hieß dann eine weitere Frage. Und 31 Prozent antworteten richtungsweisend: durch die Empfehlung Bekannter. 22 Prozent lernten sie durch Berichte über die JF in anderen Medien kennen und 12 Prozent via Werbeanzeige. Dem ersten Kennenlern-Schritt folgten weitere. Denn die Gründe für den Griff zur JF sind eindeutig. 32 Prozent lesen die JF, um besser über Hintergründe informiert zu sein, 45 Prozent aus Protest gegen die Political Correctness und sage und schreibe 70 Prozent, um Informationen zu bekommen, die in anderen Medien nicht zu finden sind. Kein gutes Zeugnis für die deutsche Medienlandschaft. Zur Bestätigung greift der JF-Leser regelmäßig zu anderen Presseerzeugnissen. Dabei ergibt sich die größte Schnittmenge (29 Prozent) mit Regional- und Tageszeitungen, gefolgt von der FAZ mit 27 Prozent (2004: 26,3), dem Spiegel mit 22 Prozent (16,3), Focus mit 12,5 (11,7), der Welt mit 12 Prozent (10,8), Sezession 11,5, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung mit acht (6,3), der Preußischen Allgemeinen Zeitung mit sieben Prozent (10,9) der Süddeutschen Zeitung sechs Prozent (4,9), der Zeit 5,5 Prozent (4,9) oder der Bild mit 4,5 Prozent (4) (siehe Grafik). Anders als der geschulte Bild-Leser ist der JF-Leser jedoch kein schneller Konsument. Im Gegenteil: Er nimmt sich viel von seiner kostbaren Zeit. 42,1 Prozent lesen mehr als 90 Minuten in der JF, 28,2 Prozent bis zu 90 Minuten und noch 23,2 Prozent bis zu 60 Minuten. JF-Lesen als Hobby und zur Information. Und das über Jahre treu und aufmerksam. Wobei anzumerken ist, daß der Leserstamm insbesondere in den letzten Jahren erheblich gewachsen ist. 17 Prozent lesen die JF erst seit zwei Jahren, knapp acht Prozent seit dem Jahr 2.000, und knapp zwei Prozent lesen die JF, solange es sie gibt – seit 1986.

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