„Es ist eine Lust zu leben“

Am vergangenen Samstag legte die MS „Hanseatic“ zum sechsten Sommerfest der JF von der Schloßbrücke in Berlin-Charlottenburg ab. Fünf Stunden fuhr das Schiff über Spree und Wannsee nach Potsdam und zurück. Traditionell trafen sich viele Gäste zuvor zum Tag der Offenen Tür in den Redaktionsräumen. Eingeladen worden waren all jene, die in den vergangenen Jahren als Kommanditisten oder Spender die JUNGE FREIHEIT unterstützt haben, sowie Autoren und Mitarbeiter der Redaktion. Über 400 Gäste waren in diesem Jahr der Einladung des Förderkreises „Freunde der JF“ gefolgt. Etwa 4.000 Einzelpersonen bilden diesen JF-Freundeskreis, der auch im vergangenen Jahr mit einer hohen Spendenleistung half, die JUNGE FREIHEIT als publizistisch einmaliges Projekt zu stabilisieren. Einmal im Jahr sollen sich Macher und Unterstützer der Zeitung, Redakteure, Mitarbeiter des Verlages und Autoren treffen – dies ist die einfache Idee des Sommerfestes, das wiederum nur durch Beiträge der „Freunde der JF“ selbst finanziert wird. Im Gegensatz zu den Vorjahren umfing die Gäste diesmal herbstliche Kühle. So rückte man unter Deck zusammen und kam sich dort näher. Nach der Begrüßung durch JF-Chefredakteur Dieter Stein schlossen sich die Reden der Ehrengäste an. Generalbundesanwalt a. D. Alexander von Stahl wurde als „Sieger von Karlsruhe“ in seiner Funktion als Prozeßbevollmächtigter im Verfahren der JF gegen den NRW-Verfassungsschutz frenetisch gefeiert. Helmut Matthies, Chefredakteur des evangelikalen Wochenmagazins idea-spektrum, sah in seinem Grußwort viele Anzeichen für eine positive Wende zurück zu konservativen Werten und mehr Patriotismus. Er beglückwünschte die JF zu ihrem Durchhaltevermögen. Wörtlich erklärte Matthies: „Vor rund 500 Jahren hat Reichsritter Ulrich Hutten zu Beginn der Reformationszeit gesagt: ‚Oh Jahrhundert, oh Wissenschaften, es ist eine Lust zu leben.‘ Das war bei den damaligen Umstürzen und Umbrüchen. Doch, liebe Freunde, wir haben genau so etwas, Umbrüche die keiner für möglich gehalten hätte, in den letzten 20 Jahren erlebt. Wir merken es oft nur nicht und wir sind so skeptisch, daß wir diese unglaublich patriotische Entwicklung, die wir erleben dürfen, nicht sehen.“ Er bezog sich dabei insbesondere auch auf die jüngste, von Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek angestoßene Patriotismus-Debatte. Während die MS Hanseatic in die Dämmerung glitt, intonierten junge Studenten alte Freiheitslieder: „Die Gedanken sind frei“ und „Der Freiheit eine Gasse!“ Fotos: MS Hanseatic: Ausgelassen feierten 400 Autoren und Förderer den 20. Geburtstag der JF mit einer Dampferfahrt von Berlin nach Potsdam Unter Deck: Dank des Freundeskreises überlebte die JF auch größte Krisen Jüngste Gäste fordern Nachschlag: „Auf die nächsten 20 Jahre!“ JF-Pressefrau Karin Erichsen (l.) mit Studienfreunden: Passend zur ersten Ausgabe der JF von 1986 wird das Freiheitslied „Der Freiheit eine Gasse!“ angestimmt Alexander von Stahl, Dieter Stein, Helmut Matthies (v.l.n.r.): „Das Glas ist nicht halb leer, sondern halb voll“

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