Die Normalität des Kulturkampfes

Als vor zehn Jahren Samuel Huntingtons „The Clash of Civilizations“ erschien, hallte ein Echo des Unmuts und Protests durch die veröffentlichte Weltmeinung: Der Harvard-Professor erzähle Unfug, der Weg der Welt gehe unter der Führung des Westens und seiner Modernisierung auf die globale Einheit zu, auf ein friedliches „global village“, der Mann schüre Vorurteile und Konflikte, die es doch zu vermeiden gelte. Heute sieht man: Huntington lieferte den roten Faden, um in die Realität und Tiefendimension der weltpolitischen Konflikte des 21. Jahrhunderts vorzudringen. Der Untertitel seines Werkes lautet denn auch „Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert“. Tatsächlich macht uns die Geschichte deutlich, daß seit wenigstens drei Jahrtausenden zwischen Ost und West, Orient und Okzident ein steter Wechsel von Vorstoß und Rückzug der einen und der anderen Seite herrschte, ein Wechsel auch zwischen Phasen friedlichen kulturellen Austausches und dann immer wiederkehrender gegenseitiger Bedrohungen. Das begann schon mit dem Ausgriff der seefahrenden Phönizier aus dem Osten über das Mittelmeer und dann des mächtigen Perserreiches gegen Hellas, das die Freiheit der griechischen Stadtstaaten gegen die asiatische Despotie verteidigte und sich erstmals als „Europa“ und „Westen“ gegen den Osten begriff. Auf den bei Marathon und Salamis gescheiterten Vorstoß der persischen Großkönige folgte der Gegenstoß Alexanders und der Griechen, in deren Erbe dann das Römische Reich hineinwuchs, das sich in langen Kämpfen eben dort verteidigte, wo heute die „neuen Römer“ aus der neuen Welt stehen, östlich von Euphrat und Tigris, an den Gebirgsketten, die den nahen vom mittleren Orient trennen. Dieses Reiches östlicher Teil „Byzanz“ wurde schließlich überwunden von den türkischen Nomadenvölkern aus Zentralasien, die sich um das Jahr 1000 im heutigen Anatolien und nach „Europa“ hinein, auf der Balkanhalbinsel, ausbreiteten. Vorher schon, nach dem Tod des Propheten Mohammed 632, begann die große, bis heute erstaunliche Offensive der jungen arabisch-islamischen Welt und ihrer Reiterscharen gegen den Westen, die sie über Nordafrika, die Meerenge von Dschebel al Tarik (Gibraltar) und die Pyrenäen hinweg bis in das damalige Zentrum Europas und des fränkischen Merowingerreiches führte. Henry Kissinger hat vor dreißig Jahren in seinem Buch „Jahre der Entscheidung“ kühl bemerkt, wenn damals bei Tours und Poitiers (732) das fränkische Reiterheer dem Sturm der Araber und Berber aus der vorderasiatischen und nordafrikanischen Wüste nicht standgehalten hätte, „wäre Europa eben islamisch geworden“. Es folgten über Jahrhunderte hin die westlichen Gegenstöße der Kreuzzüge und der Rückeroberung (Reconquista) Spaniens, die erst 1492, im Jahr von Kolumbus‘ Entdeckung Amerikas, abgeschlossen werden konnte. Gleichzeitig hatte sich der Islam mit Kriegen und Mission von seiner arabischen Kernregion aus bis nach Indien und Südostasien ausgebreitet. Die Kreuzzüge scheiterten, und es folgte der Kampf um das Mittelmeer, das die italienischen Seestädte (Venedig und Genua) von Rhodos bis Malta verteidigten. Als 1453 die türkischen Osmanen Konstantinopel eroberten und das schwächliche Byzanz aus der Geschichte eliminierten, war das der Beginn des türkischen Vorstoßes über die Balkanhalbinsel und zweimal bis vor die Tore Wiens und an die Alpen (1529, 1683), nicht ohne daß sich dabei die „allerchristlichsten Könige“ Frankreichs mit den Türken gegen die europäische Mitte verbündeten. Nach 1683 und durch die Siege des Prinzen Eugen wurde die türkische Welle rückläufig und verebbte schließlich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts, als das Osmanenreich zum „kranken Mann am Bosporus“ geworden war, wenn auch sein Vermächtnis bis heute nachwirkt, etwa in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo. Die europäische Gegenoffensive ging aber auch von Frankreich und England aus, die sich im 19. Jahrhundert in den Außenbezirken des geschwächten Osmanenreiches, in Ägypten und Nordafrika, festsetzten. Durch den Ersten Weltkrieg konnten die Briten im Bündnis mit den Arabern gegen das Osmanenreich zu Herren der Region zwischen dem Mittelmeer und dem Arabisch-Persischen Golf werden. Unter dem Bruch ihrer Versprechen der Errichtung eines neuen arabisch-islamischen Kalifats begründeten sie mit ihrer Neuordnung dieses Raumes die meisten Konflikte, die bis heute fortdauern: die politischen Kunstgebilde des Irak, Syriens, Jordaniens, Kuwaits und der späteren Golfstaaten mit ihren Linealgrenzen, nicht zuletzt den israelisch-arabischen Konflikt. Der Zweite Weltkrieg führte zur Ablösung der britischen Vorherrschaft „east of Suez“ durch die amerikanische und hat zur Ausbildung des arabischen Traumas der Demütigung durch die westlichen „modernen Kreuzfahrer“ wesentlich beigetragen sowie zu dem Empfinden, Israel sei die auf das arabische Herz gerichtete „Pistole des Westens“. ……………………………. Der gebannte Blick des Westens auf den Terrorismus und seine spektakulären Aktionen verstellt die Sicht darauf, daß Europa ein Schwerpunkt kontinuierlichen islamischen Einwanderungsdrucks geworden ist. …………………………… Der Zweite Weltkrieg führte gerade auch im Nahen Osten zur Entfaltung der Befreiungsbewegungen gegen die westliche Dominanz, die Teil einer weltweiten Entwicklung von Ostasien bis Afrika waren. Sie äußerten sich hier zunächst in den Formen eines arabischen Nationalismus, der in Anlehnung an die Sowjetunion sich sozialistisch und säkular verstand und zur Ausbildung der Diktaturen in Ägypten (Gamal Abdel Nasser), Syrien (Hafiz al-Asad) und Irak (Saddam Hussein) führte wie auch zu mehreren Kriegen, um den Staat Israel schon im Entstehen zu verhindern oder früher oder später „ins Meer zu treiben“. Ihre schwere Niederlage im Sechstagekrieg (Juni 1967) wurde für die Araber zu einem traumatischen Ereignis und zugleich zu einer tiefgreifenden geistigen Wende, zum Auslöser der Rückbesinnung auf das islamisch-religiöse Erbe, auf den „Rückhalt im Eigenen“ als Quelle der Erneuerung, neuen Selbstbewußtseins und neuer Kraft, nachdem der Weg der Modernisierung und Säkularisierung nach westlichem Muster in der Sackgasse von 1967 geendet hatte. Zwar hatte es Anzeichen islamischer Wiedergeburt schon in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen gegeben, etwa bei der Gründung der Muslimbruderschaft in Ägypten 1928. Doch ihre eigentliche Stoßkraft erlangte sie erst nach 1967 unter dem Eindruck der schweren Niederlage gegen Israel. Jetzt gewannen die militant-islamistischen Kräfte überall im arabischen Raum an Popularität, etwa die 1987 gegründete Hamas in Palästina oder die 1982 gegründete Hizbullah in Libanon, deren Offensivwillen unverkennbar ist, nicht nur gegen Israel, sondern gegen den „ungläubigen“ Westen insgesamt als das feindliche „dar al-harb“, das „Haus des Krieges“, das erobert, unterworfen werden muß entsprechend der Forderung des Koran: „Der Islam herrscht und wird nicht beherrscht.“ Es ist gut, sich in der Kurzatmigkeit der Nachrichtenwelt an einige wichtige Daten und Etappen der islamischen Wiedergeburt und ihres Offensivwillens zu erinnern. 1979 stürzte die schiitische Revolution des Ayatollah Khomeini das von den Vereinigten Staaten unterstützte Schah-Regime in Persien. Sie hat sich dann in den folgenden acht Jahren (1980-1988) gegen den Angriff des säkularen Irak Saddam Husseins und seine Unterstützung durch den Westen unter Millionen Opfern behauptet. Zwei Jahre später, im Oktober 1981, wurde der ägyptische Präsident Anwar al-Sadat, der Nachfolger Nassers, wegen seines Sonderfriedens mit Israel in Camp David (1979) bei einer Militärparade ermordet von einem Kommando unter der Leitung des Kairoer Augenarztes Ayman al-Zawahiri, der heute Osama bin Ladens Stellvertreter im al-Qaida-Netzwerk ist. Seinen bisher bedeutsamen Sieg errang der islamische Widerstand in Afghanistan gegen die sowjetrussische Besatzung, die er 1986 zum Rückzug zwang und damit das Vorspiel zum Zusammenbruch der Sowjetunion und des kommunistischen Staatenblocks in Europa drei Jahre später einleitete. Gleichzeitig gewannen überall in der islamischen Welt islamistische Rebellengruppen Zulauf, von Algerien bis zu den Philippinen. In zahlreichen Brennpunkten vollzog sich ein eher stiller Prozeß islamischer Mission und Expansion, in den ehemals sowjetischen Republiken Zentralasiens ebenso wie in Schwarzafrika südlich der Sahara, vom Sudan bis Nigeria und Mali, und nicht selten begleitet von blutigen Gewalttaten gegen die christlichen Minderheiten. In Afghanistan sind die radikalislamistischen Taliban bis heute nicht entscheidend besiegt. In Pakistan werden radikal-islamistische Ausbrüche von Armee und Geheimpolizei nur schwer unter Kontrolle gehalten. Gleiches gilt für das übervölkerte Niltal, wo das Regime des General Mubarak den Vormarsch der Muslimbrüder und ihren Einfluß durch Sozialarbeit unter den verarmten Massen nur mühsam aufhalten kann. Das Prinzenregime Saudi-Arabiens arbeitet mit seinen Ölmilliarden in vielen Weltregionen von Bosnien-Herzegowina bis zu den Vereinigten Staaten, von Pakistan bis Indonesien mit islamischen Entwicklungshelfern und Missionaren am Aufbau islamischer Organisationen und Sozialeinrichtungen, am Bau und Betrieb von Moscheen und Schulen, und es vermag sich gleichzeitig gegen islamistisch-revolutionäre Strömungen im eigenen Land nur mühsam im Sattel zu halten. Ein Zusammenbruch des Regimes, dessen Hunderte von Ölmilliarden-Dollars in der westlich dominierten Weltwirtschaft unverzichtbar sind, hätte ungeahnte Auswirkungen auf die globale Situation. Der gebannte Blick des Westens auf den Terrorismus und seine spektakulären Aktionen verstellt die Sicht darauf, daß Europa ein Schwerpunkt kontinuierlichen islamischen Einwanderungsdrucks geworden ist: der Türken nach Deutschland, der Nordafrikaner in die europäische Südflanke Spaniens, Italiens und Frankreichs, der islamischen Bevölkerung der früheren britischen Commonwealth-Staaten wie etwa Pakistan nach England. Hier sind inzwischen überall islamische Gemeinschaften von jeweils mehreren Millionen Menschen entstanden, die unter maximaler Nutzung der Möglichkeiten des freiheitlichen Rechtsstaates westlicher Prägung ein breit gelagertes islamisches Organisationsnetz aufbauten. Die Verfassungen und Gesetze der „Gastländer“ schufen attraktive Möglichkeiten für ein rasches Anwachsen der islamischen Bevölkerung: durch großzügige Regelungen des „Familiennachzuges“ und des Erwerbes der Staatsbürgerschaft in Deutschland, durch das republikanische säkulare Staatsbürger-Verständnis Frankreichs mit seinem ius soli, der automatischen Staatsbürgerschaft aller in Frankreich Geborenen, unabhängig von Herkunft und Religion, oder neuerdings durch eine großzügige Legalisierung der bisher geduldeten oder illegalen Einwanderer im sozialistisch regierten Spanien. Die derzeitige Zahl der Moslems in den Staaten der Europäischen Union wird auf wenigstens 15 Millionen geschätzt mit einer zusätzlichen beträchtlichen Dunkelziffer und steigender Tendenz. Längst haben sich die Hoffnungen in diesen Ländern auf eine friedlich-schiedliche Integration der „Zuwanderer“ verflüchtigt und ist deutlich geworden, daß ein Prozeß der Ghettoisierung und der Bildung von Parallelgesellschaften im Gang ist mit Bezirken, in denen die Staats- und Polizeigewalt vor der autonomen Autorität der Bewohner längst kapituliert hat. Die Unruhen der jüngsten Zeit in den französischen und englischen Vorstädten mit ihrem eindeutig rassischen Hintergrund haben gezeigt, welches Konfliktpotential sich hier nicht erst seit gestern angesammelt hat, weil Politik und Verwaltung unter dem Druck pseudofreiheitlicher und sogenannter menschenrechtlicher Agitation seit langem die Augen vor der Realität verschloß. Die islamischen Gemeinschaften haben vielfach den Status von politischen und gesellschaftlichen Druck- und Veto-Gruppen gewonnen, auf die die politische Führung und die politischen Parteien Rücksicht nehmen müssen, nicht selten zum Schaden der einheimischen Bevölkerungsmehrheit. In der letzten Zeit dokumentieren die unverblümten öffentlichen Bekundungen und Drohungen moslemischer Führer aus den Moscheen heraus, die europäischen Länder im „Haus des Krieges“ seien nach dem Willen Allahs sein Eigentum, ein neues Stadium islamischen Offensivwillens in Europa. ……………………………. Während im Islam Selbstbewußtsein, Zukunftswille und Machtanspruch wachsen, breiten sich in Europa Selbstzweifel, Beliebigkeit und relativierende Gleichgültigkeit als Endstufen der Aufklärung aus. ……………………………. Die in der muslimischen Welt in vollem Gang befindliche Bevölkerungsexplosion bildet gewissermaßen die Naturgrundlage für die revolutionäre Zielsetzung der Wortführer, das „dar al- islam“ in das „dar al-harb“ hinein auszudehnen. Betrug der Anteil der Muslime an der Weltbevölkerung 1980 noch rund 18 Prozent, so ist er heute auf bereits 25 Prozent gestiegen und wird sich um das Jahr 2025 schon auf ein Drittel belaufen. Die Bevölkerung der Türkei wuchs von knapp vierzig Millionen im Jahr 1945 auf heute 71,2 Millionen. Istanbul ist in wenigen Jahrzehnten von etwa zwei Millionen Menschen zu einer Megalopolis von wenigstens zehn Millionen angewachsen. In allen islamischen Ländern sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung junge Menschen unter 18 Jahren: Fakten, die von keiner Entwicklungspolitik in Industrie oder Landwirtschaft auch nur entfernt gemeistert werden können. Eine Jugend mit dementsprechend geringen Berufs- und Ausbildungsperspektiven muß zu einem leichten Rekrutierungsfeld für den Islamismus und auch den Terrorismus werden, und natürlich bietet sich der Weg des Exports des eigenen Bevölkerungsüberschusses in das seiner selbst so unsicher gewordene Europa als bevölkerungspolitischer Königsweg an. Es ist das vielleicht wichtigste Signum der Gegenwart in weltgeschichtlicher Perspektive, daß der Westen, Europa und insbesondere Deutschland einen Weg gingen und gehen, der genau gegenläufig zur islamischen Welt verlief und verläuft: Während hier Selbstbewußtsein, Zukunftswille und Machtanspruch wachsen, breiten sich dort, im Westen, in Europa und in Deutschland, Selbstzweifel, Beliebigkeit und relativierende Gleichgültigkeit aus, die Endstufen und Zerfallsformen dessen, was man bis vor kurzem stolz als Aufklärung, Emanzipation und individuelle Selbstverwirklichung pries. Mit Recht hat Doris Neujahr in dieser Zeitung den Finger darauf gelegt, daß wir vor allem in Deutschland „die Erfüllung der privaten Späßchen und persönlichen Lüstchen“ so konsequent in unser Wertzentrum gestellt haben, daß wir schon zur Wahrnehmung, geschweige denn Bewältigung der geschichtlichen Situation, in der wir uns befinden, kaum mehr fähig erscheinen. Dann wird in der Tat der Gedanke undenkbar, „daß das eigene Land mehr sein könnte als eine Immobilie, die beliebig ent- und aufgesiedelt werden kann“. Niemand braucht sich zu wundern, daß gerade die deutsche Mitte Europas zum Zentrum der Einwanderung aus aller Herren Länder und nicht zuletzt der islamischen wurde, wo seit Jahrzehnten sich eine religiöse tabula rasa ausbreitete, die sich heute immer deutlicher als die eigentliche Ursache der fatal offenen Flanke unserer offenen Gesellschaft erweist, unseres mangelnden kulturellen Selbstbewußtseins und politischen Selbstbehauptungswillens, eine Selbstschwächung, die von gläubigen Muslimen im Westen natürlich mit untrüglichem Instinkt gespürt und gesehen wird, bis hin zur „Selbstsäkularisierung“ der Kirchen (Josef Isensee), die ihren zentralen Auftrag der Verkündigung und Seelsorge durch ein weitgespanntes Netz der „Sozialarbeit“ ersetzt haben in einer Gesellschaft, in der die Menschen möglichst sorgenfrei fern aller Konflikte und der entscheidenden Herausforderung der Stunde leben möchten. Aber die Geschichte in ihrer Härte hat auf die Befindlichkeiten der Völker noch nie Rücksicht genommen, sondern sie stellt sie in ihr Kalkül ein, auch und gerade ihren Pazifismus und ihre Hoffnungen auf einen von Menschen herstellbaren vollkommenen irdischen Frieden durch „Dialog“, ein theologischer Irrtum mit allen gefährlichen Folgen eines politischen Rezepts, das zu Schieflagen und Vorleistungen aller Art bis hin zur Kapitulation führen muß. Das heutige eklatante Ungleichgewicht etwa zwischen dem üppigen Moscheenbau im Westen und der Behandlung der Christen bis hin zu ihrer Verfolgung im dar al-Islam ist wohl nur ein – gewichtiges – Indiz für das, was kommen kann. Vor dreißig Jahren hatten die „Schönfärber und Helfershelfer“ des Kommunismus (Jens Hacker) die beschwichtigende Parole des „Wandels durch Annäherung“ empfohlen. In der Konfrontation mit dem dritten, dem islamistischen Totalitarismus sollten wir uns heute daran erinnern, daß der vielberufene Dialog nicht Grenzen verwischen und auflösen darf, sondern sie wo nötig scharf markieren muß. Das wußten früher die Vertreter beider Seiten im christlich-islamischen Religionsgespräch. Sein Ziel kann und soll nicht die Überwältigung des einen durch den anderen sein, sondern die immer klarere Herausarbeitung der Wahrheiten der je eigenen Seite. Noch immer und mehr denn je gilt heute für das schwächliche und gefährdete Europa die Mahnung Friedrich von Hardenbergs vor 200 Jahren in seinem Essay „Die Christenheit oder Europa“ (1799) im Blick auf die „Mangelhaftigkeit und Bedürftigkeit der bisherigen Staatseinrichtungen“ zur Rückbesinnung auf unsere christlich-abendländischen Wurzeln: „Nur die Religion kann Europa wieder auferwecken und die Völker sichern“. Prof. Dr. Klaus Hornung lehrte Politikwissenschaften an der Universität Hohenheim.

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