Klaus-Rüdiger Mai Die Zukunft gestalten wir!

 

Scheitern der multikulturellen Gesellschaft war vorhersehbar / Der Soziologe Robert Hepp warnte frühzeitig / Nach einem Jahrzehnt bricht er sein Schweigen: “’Liberale‘ Gesinnung ging vor Gemeinwohl“

Mit heftiger Kritik an der aktuellen Debatte meldet sich der Soziologe Robert Hepp nach einem Jahrzehnt des Schweigens zurück. Hepp war in den siebziger und achtziger Jahren als einer der profiliertesten Warner vor Geburtenschwund und multikultureller Gesellschaft bundesweit bekannt geworden. Mit einem Interview in der am Freitag in Berlin erscheinenden Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT meldet sich der Bevölkerungswissenschaftler erstmals wieder zu Wort. Hepp stellt fest, daß die jüngste Entwicklung für die Politik keineswegs überraschend kommt: “Die Wirklichkeit wurde durchaus rechtzeitig bemerkt, man hat aber keine Konsequenzen gezogen. Die Gründe dafür waren ideologischer Natur, in erster Linie eine vage ‚liberale‘ Gesinnung, die man für demokratisch hielt. Der Politik galt es nur für die maximale Entfaltungsfreiheit der Bürger zu sorgen. Gemeinwohl und nationales Interesse galt nichts. Kritikern wurde unterstellt, sie seien in ‚völkisch-kollektivistischen Vorstellungen‘ befangen."

Hepp, der in Osnabrück und bis 2006 in Vechta Soziologie lehrte, war seit Ende der siebziger Jahre häufig Gast in Funk und Fernsehen. 1988 trat er mit seinem provozierenden Buch “Die Endlösung der deutschen Frage. Grundlinien einer politischen Demographie in Deutschland" an die Öffentlichkeit. Nach einer Kampagne gegen seine Person zog er sich zurück.

Eindringlich weist er auf die Folgen des Versagens in der Frage der Geburtenentwicklung hin: “Wir haben nur noch die Wahl zwischen Pest, Typhus und Cholera. Man kann auf dem Feld der Demographie politische Fehlentscheidungen nicht einfach revidieren", so Hepp.

V.i.S.d.P.: Thorsten Thaler, Chef vom Dienst, Hohenzollerndamm 27a, 10713 Berlin

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