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Balkanisierung der USA

Amerika ist ein Einwandererland, aber wir sind auch ein Rechtsstaat“, erklärte dieser Tage ein sichtlich unter Druck stehender George W. Bush. In den USA geht es um die illegale Einwanderung und ein sie eindämmendes Gesetzesvorhaben. Demzufolge sollen alle illegal eingewanderten – die Zahlen schwanken zwischen fünf und elf Millionen – in Zukunft strafrechtlich verfolgt werden. Parallel dazu wird Unternehmen, die sie beschäftigen, mit Geldstrafen gedroht. Zudem sollen die Grenzen zu Mexiko besser gesichert werden. Die Immigranten sind entsetzt und demonstrieren zu Hunderttausenden. Auch die US-Wirtschaft ist wenig begeistert und plädiert für ein Bleiberecht. Wenn es um die Einwanderung geht, stehen in den USA die Zeichen auf Sturm. Dennoch schwärmen viele Deutsche, insbesondere solche, die sich gern kosmopolitisch geben, häufig von der Multikulturalität der USA, insbesondere vom „Melting Pot“ – dem Schmelztiegel New York. Nicht selten findet man leidenschaftliche Plädoyers für ein „Sich-Öffnen der Gesellschaft“ in den deutschen Leitartikeln. So schreibt der Chefredakteur des Stern im Juni 2005: „New York ist… eine Oase der Liberalität und Offenheit. Nirgendwo sonst auf der Welt leben so viele Menschen unterschiedlicher Rassen, Kulturen und Religionen so friedlich miteinander. Und nirgendwo könnten deutsche Politiker besseren Anschauungsunterricht darin bekommen, daß Multikulti nicht scheitern muß und Immigration vor allem Wachstum bedeutet.“ Im Jahr 2080 heißt es „La Republica del Norte“ Tatsächlich stehen die Begriffe „Melting Pot“ und „Multikulturalismus“ in den USA aber seit ihrer jeweiligen Erfindung für zwei völlig unterschiedliche Gesellschaftsmodelle. Von der Idee des Schmelztiegels hat nur der Begriff selbst jemals existiert. Daß Einwanderer, wenn sie wie Zutaten in einen Topf geworfen werden, ihre Identitäten auflösen und zu einer gänzlich neuen verschmelzen – daran konnte man nur im Jahr 1782 glauben, als J. Hector St. John de Crèvecœur in seinen „Letters of an American Farmer“ schrieb: „Individuen sämtlicher Nationalitäten werden hier zu einer neuen Art von Mensch verschmelzen, und ihre Errungenschaften und ihre Nachkommen werden eines Tages große Veränderungen in der Welt bewirken.“ Zu seiner Zeit konnte de Crèvecœur noch berechtigte Hoffnungen haben, waren doch die ersten Siedler der Vereinigten Staaten eine kulturell und religiös homogene Gruppe, die die Integration der später hinzukommenden Einwanderer erst ermöglichte. Die amerikanische Leitkultur zu jener Zeit war primär englisch-protestantischer Art, und Amerikanisierung bedeutete, wie Louis Brandeis noch 1919 feststellte, daß die Einwanderer „die Kleidung, die vorherrschenden Sitten und Bräuche annehmen, … die Muttersprache durch das Englische ersetzen, … und in vollständiger Harmonie mit unseren Idealen und Wünschen leben“. Immigration bedeutete damals schlichtweg Assimilation. Heutzutage spricht niemand mehr von einem Schmelztiegel. An seine Stelle ist die multikulturelle Gesellschaft, oder – um einmal mehr in Sinnbildern zu sprechen – die Salatschüssel getreten. Dabei, so die Theorie, werden die einzelnen Zutaten nicht zusammengekocht, sondern behalten ihre Identität und ihren Eigengeschmack. Kritiker wie der ehemalige republikanische Politiker Patrick Buchanan finden das Rezept indes wenig überzeugend und argumentieren, daß Demokraten und linke Politiker kontinuierlich die US-Grundwerte untergraben. So hätten Frauenbewegung, Antidiskriminierungsgesetze und die Menschenrechtsbewegung dazu geführt, daß in Amerika ein Wertevakuum entstanden sei, in dem die Bürger zunehmend die Eckpfeiler ihrer Geschichte vergessen. In einer Umfrage aus dem Jahr 1990 wußten zum Beispiel 90 Prozent der befragten Ivy-League Studenten (Columbia-, Harvard-, Princeton oder Yale Universität), wer Rosa Parks war (die erste Farbige, die sich in den 1960er Jahren auf einen für Weiße reservierten Sitzplatz in einem öffentlichen Bus gesetzt hatte), aber nur 25 Prozent kannten die Worte: „Government of the people, by the people, for the people“ – den wichtigsten Teil der „Gettysburg Address“ aus dem Jahre 1863, der berühmten Rede Abraham Lincolns während des US-Bürgerkriegs. An US-Hochschulen gibt es eine Vielfalt von Kursen, die, statt das Gemeinsame zu stärken, die Unterschiede hervorheben und die Gräben zwischen den verschiedenen Subkulturen vertiefen. So reicht das Fächerangebot von „Gay Studies“ über „Women’s Studies“ bis hin zu diversen „Ethnic Studies“ wie „Black“, Asian-American“ oder auch Chicano Studies“. Letztere beschäftigen sich mit der Geschichte der mexikanischstämmigen Bevölkerung und sind exemplarisch für das nicht vorhandene identitätsstiftende Element einer multikulturellen Gesellschaft. Ein Blick in das Lehrbuch „Fivehundred Years of Chicano History“, das an über 300 Hochschulen verwendet wird, genügt. Darin wird die US-Einwanderungsbehörde INS und der Bundesgrenzschutz der USA als „die Gestapo für Mexikaner“ bezeichnet. Rodolfo Acuna, Autor eines anderen weitverbreiteten Lehrbuchs, schreibt darin, die amerikanische Invasion Mexikos sei „genauso bösartig wie die Invasion Polens und anderer europäischer Länder durch Hitler“ gewesen. Auf einer Konferenz 1996 wandte sich Acuna an die versammelten Teilnehmer gar mit den Worten: „Meine Damen und Herren, Sie befinden sich gerade in den Vereinigten Nazi-Staaten von Amerika.“ Die Chicanos stellen die USA zunehmend vor Probleme, da ihre Geburtenraten die der weißen Stammbevölkerung weit übersteigt. So werden sich einige der Südstaaten der USA in naher Zukunft zu „Mexifornia“ wandeln, ein von Victor David Hanson von der Stanford Universität in Palo Alto, Kalifornien, geprägter Begriff. Es gibt unter den Chicanos darüber hinaus ernsthafte Bestrebungen, die eigene kulturelle Identität mit territorialen Ansprüchen zu verbinden. Ihr erklärtes Ziel: Sezession. Ein Professor für Chicano Studies an der Universität von Neu Mexiko sagt voraus, daß sich um das Jahr 2080 Teile des Südwestens der USA und Nord-Mexikos sich zu einem neuen Staat – „La Republica del Norte“, der Republik des Nordens – zusammenschließen werden. Ein weiterer Autor sieht eine voranschreitende „Balkanisierung Amerikas“ und stellt fest, daß der Südwesten der USA in den 1980er Jahren begonnen hat, sich in eine „de facto-Nation“ mit eigener Kultur, Geschichte, Mythen, Geographie, Religion, Ausbildung und Sprache zu verändern. Das Paradoxon der Gleichheit aller in der multikulturellen Gesellschaft wird auch durch die Minderheitenförderung an den Hochschulen, Affirmative Action genannt, deutlich. In den Aufnahmeformularen der Universitäten, die sich allesamt den höchsten ethisch-moralischen Standards verschrieben haben, findet sich auf Seite eins regelmäßig der Passus, daß die Hochschule den Kandidaten „unabhängig von Rasse, Geschlecht, Religionszugehörigkeit, ethnischer Abstammung oder Nationalität“ beurteilt, um dann auf Seite zwei sogleich darauf hinzuweisen, daß der Kandidat seine Chancen jedoch signifikant erhöhen könne, wenn er auf seine Zugehörigkeit zu einer „Opfergruppe“, sprich Minderheit, hinweise. Ethnisch strikt voneinander getrennte Wohnviertel Demgegenüber hat die Universität von Kalifornien in Berkeley ihrerseits die Quotenregelung vor Jahren abgeschafft. Das Ergebnis: Circa die Hälfte der zugelassenen Bewerber pro Jahrgang ist seitdem asiatischer Herkunft, was angesichts der Arbeitsmoral und des Stellenwerts einer guten Ausbildung unter Asiaten kaum überrascht. Ein Blick nach Kalifornien gibt weiteren Aufschluß. Mehr als dreißig Jahre wurde dort mit dem zweisprachigen Schulsystem experimentiert. Man war in den 1960er Jahren der Annahme verfallen, daß Spanisch als zweite Unterrichtssprache die Integration der „Hispanics“ beschleunigen würde. Eingetreten ist das Gegenteil. Statt Englisch zu lernen, gingen die Einwandererkinder den Weg des geringsten Widerstandes, was letztendlich ihren sozialen Aufstieg behinderte. Denn Zweisprachigkeit bedeutete, nicht Englisch sprechen zu müssen. Im Jahr 1996 haben die Kalifornier diesem Experiment dann aber mit einer Volksabstimmung ein Ende bereitet. Seitdem ist Englisch an kalifornischen Schulen alleinige Unterrichtssprache, und bereits zwei Jahre nach Inkrafttreten dieser Regelung stellten sich die ersten Erfolge ein. So sind die Ergebnisse spanischstämmiger Schüler im Hochschul-Aufnahmetest SAT (Scholastic Aptitude Test) um über 40 Prozent angestiegen. Doch zurück nach New York. In dem bereits genannten Stern-Artikel vom Juni 2005 schreiben die Autoren: „Die ganze Idee dieser Stadt ist Immigration. U-Bahn-Fahrten werden zu Weltreisen; sämtliche Rassen, Kulturen, Religionen versammelt in einem Waggon.“ Man möchte hinzufügen: Ja, aber nur dort, wo die U-Bahn durch Manhattan fährt. Schlußendlich nämlich fahren alle Passagiere in ihre ethnisch voneinander getrennten Wohnviertel. So existieren in Brooklyn rein indische, rein griechische, rein jüdische Viertel, Brighton Beach wird fast ausschließlich von Russen bewohnt, Little Odessa gilt als Heimstätte der Ukrainer – die South Bronx sowie Teile von Queens gelten für Weiße gar als „no-go areas“, als Stadtteile, in denen man sich besser nicht aufhält. Aber als im Stadtteil Bedford-Stuyvesant in Brooklyn die Anzahl der hinzuziehenden Weißen plötzlich immer größer wurde, formte sich unter den schwarzen Anwohnern Widerstand: „Das Viertel verliere seine eigene kulturelle Identität, wogegen man etwas tun müsse“, so zitiert die New York Times eine Anwohnerin. Fährt man weiterhin mit der Expreßlinie 2 gen Norden, dann fällt einem auf, daß sämtliche weiße Fahrgäste spätestens an der 96. Straße aussteigen. Dort nämlich biegt die U-Bahn nach Harlem ab, wo die weiße Bevölkerung eine verschwindend kleine Minderheit darstellt. Nichtsdestoweniger war Immigration zu keinem Zeitpunkt die „Idee“ New Yorks. Immigration war nur die Folge einer ganz anderen Idee, die sich am besten im „American Dream“ – es von ganz unten nach ganz oben zu schaffen – zusammenfassen läßt. Wenn überhaupt eine Idee von New York existiert, dann ist es die des Geldverdienens und des Geschäftemachens. Viele Einwanderer flüchteten aus ihrer Heimat vor Not und Elend und machten sich Hoffnung auf ein besseres Leben. Der Großteil von ihnen kam nicht nach New York, weil sie sich von der Multikulturalität der Stadt angezogen fühlten. Das Gegenteil war der Fall: wer Geld hatte und es sich leisten konnte, der wanderte weiter Richtung Westen. Die Absurdität gipfelt in Bindestrich-Identitäten Heute macht sich nun das Nebeneinander der Kulturen, das einem Flickenteppich gleicht, dadurch bemerkbar, daß viele Einwanderer – Chinesen, Mexikaner oder Puerto Ricaner – sehr schlecht oder fast gar kein Englisch sprechen. Keine Spur von Assimilation, geschweige denn von Integrationswilligkeit. Wenn aber schon nicht die Sprache die Menschen verbindet, was hält das hybride Gebilde dann überhaupt zusammen? Wo sind die Gemeinsamkeiten, auf denen die Gemeinschaft wächst? Die Absurdität gipfelt in den Bindestrich-Identitäten. Wenn von „Mexican-Americans“, „Asian-“ oder „African-Americans“ die Rede ist, dann werden dadurch nicht die Gemeinsamkeiten bestärkt, sondern eher die Unterschiede. Im Bindestrich spiegelt sich die geteilte Identität wider. Durch ihn wird den anderen klar mitgeteilt: „Seht her, ich bin nicht bereit, diesen Teil meiner Identität aufzugeben“. Foto: Protestzug in Los Angeles: „Wenn ihr meint ich sei ‚illegal‘, weil ich Mexikaner bin, lernt die richtige Geschichte, denn ich bin in meiner Heimat“ Stichwort: Minuteman Project Bei dem Minuteman Project handelt es sich um eine Art Selbsthilfegruppe im Kampf gegen die illegale Einwanderung Hunderttausender in den USA. In Anlehnung an die Original-Minutemen in den englischen Kolonien Nordamerikas, die im 18. Jahrhundert den Unabhängigkeitskampf führten, patrouillieren die modernen Bürgerwehren seit April 2005 an der mitunter recht durchlässigen Grenze zu Mexiko. „Zu viele in Washington, Demokraten und Republikaner, versuchen die Krise der illegalen Einwanderung zu ignorieren“, erklärte der Vietnamkriegs-Veteran und Gründer der mehrere hundert Mann starken Bürgerwehr, Jim Gilchrist, und sieht sich als Vertreter von Recht und Gesetz gegen den „unendlichen Strom“ der Illegalen. Als oftmals bewaffnete Ergänzung der überforderten staatlichen U.S. Border Patrol ist die Miliz nicht unumstritten. Präsident George W. Bush macht keinen Hehl aus seiner Ablehnung.

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