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Papst Benedikt XVI.

Wer als Favorit für den Papstthron in das Konklave einmarschiert, der kommt als Kardinal wieder heraus – heißt es seit Jahrhunderten in Rom. Bei der Wahl zum 265. Papst am Dienstag dieser Woche wurde das Sprichwort nicht bestätigt, der von Anfang an als heißer Kandidat gehandelte Kardinal Joseph Ratzinger errang bereits am zweiten Tag die notwendige Zweidrittel-Mehrheit – und verließ als Benedikt XVI. die Sixtinische Kapelle. Seit alters her ist der Name Programm. Ratzingers Vorgänger signalisierte mit seinem Doppelnamen „Johannes Paul“ den Willen nach einer modernen Kirche. Er stand in der Tradition der „Konzilspäpste“ Johannes XXIII. und Paul VI., die mit dem Zweiten Vatikanum 1962/65 gravierende Veränderungen in der Kirche durchgesetzt hatten. Wohin mag jetzt die Reise mit einem Benedikt gehen? Der erste Benedikt der Kirchengeschichte (gestorben um 547) wurde zum Begründer des gesamten christlichen Mönchtums. Als junger Student verließ er angeekelt von der Sittenlosigkeit der Menschen Rom und gründete mehrere Klöster, darunter auch das berühmteste: Monte Cassino. Die nach ihm benannten Benediktiner mit ihrem Motto „Bete und arbeite!“ wurden zum Ferment für das, was man heute „christliches Abendland“ nennt. Bemerkenswert ist auch Ratzingers unmittelbarer Namensvorgänger, der Italiener Benedikt XV. (1854-1922). In den Kommentaren der führenden Blätter wird vor allem sein Status als „Friedenspapst“ hervorgehoben, da er sich gegen den Ersten Weltkrieg einsetzte. Angesichts der harten „Friedensverträge“ der Siegermächte appellierte er 1918 für einen gerechten Ausgleich. Angeblich soll er auch den Kurs seines Vorgängers Papst Pius X. „korrigiert“ haben. Doch das ist nicht richtig. In seiner Enzyklika Ad Beatissimi Apostolorum vom 1. November 1914, die in der Regel nur als Friedensappell bekannt ist, verurteilte Benedikt XV. in aller Klarheit den Modernismus und schließt sich darin seinem Vorgänger an. Er spricht von „monströsen Irrungen“, die sein Vorgänger erkannt und verurteilt habe und deren Verdammung er „unmißverständlich“ erneuere. Die „Synthese aller Häresien“ sei allerdings noch nicht ausgemerzt, so der „Friedenspapst“, sondern sei noch „hier und da“ in der Kirche vorhanden. Wachsamkeit sei daher unerläßlich. Ratzinger hat sich mit seiner Namenswahl das Vermächtnis seiner benediktinischen Vorgänger zu eigen gemacht. Doch das heißt noch lange nicht, daß er tatsächlich den relativistischen Schlingerkurs der Ära Wojtyla beenden kann – oder will. Denn als junger Theologe war er den modernistischen Lehren aufgeschlossen und wandelte sich erst mit vorgerücktem Alter zum „Panzerkardinal“. Als Chef der Glaubenskongregation – eine Nachfolgeorganisation der heiligen Inquisition – bewachte er die Wahrheit. Die ganze Wahrheit? Leider nein. Die „monströsen Irrungen“ lungern auch heute noch in der Kirche. In einem hellen Augenblick sprach Papst Paul VI. bereits 1972 vom „Rauch Satans“, der nach dem Zweiten Vatikanum in die Kirche eingedrungen sei. Papst Benedikt XVI. wird alle Kräfte des Himmels mobilisieren müssen, um die Greuel an heiliger Stätte zu beenden.

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