Grippewelle

Sie kämpfen sich vom Südwesten in den Nordosten vor. Ihre Aktivität kennt keine Grenzen. Der Zug der Viren vom Typ Influenza ist nicht aufzuhalten und so feiert die gemeine Grippe dieses Jahr mal wieder fröhliche Ur-ständ. Schon hat sie die ganze Republik fest im Griff. Die ganze? Bis vor kurzem gab es noch einen kleinen wehrhaften Ort, zu dem die miesen fiesen Viren keinen Zugang fanden – die JF-Redaktion. Während die „Mördergrippe“ ihren hustenden und schnupfenden Kreis erweiterte, ging man hier seines Tagwerkes nach und wähnte sich durch gesunde Lebensführung und geistreiche Ablenkung gewappnet. Beschwörungen kursierten, jeder machte einen Bogen um jedwede mutmaßlich schniefende Menschengruppe, und wenn jemand in der Nähe zum Niesen ansetzte, wurde er mit verschnupftem Blick gemaßregelt. Nichtsdestotrotz half alles nur zum Teil und so klopft die Grippewelle mit aller Macht an unsere Tür. Und schon sind erste Erkältungsanzeichen kaum zu überhören und fordern ihren Tribut. Doch keine Angst, die Redaktion ist – noch – nicht verwaist und voll funktionstüchtig. Dies mit gutem Grund. Ein guter Journalist kann nicht ruhig im Bett liegen und die Unbill des Tages unkommentiert lassen. Ein Tag Bettruhe ist das höchste der Gefühle. Curd-Torsten Weick

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