Blumenopfer für Hindu-Göttin

Für gläubige Katholiken ist die portugiesische Stadt Fatima nach dem französischen Lourdes der bedeutendste Marienwallfahrtsort weltweit. Das könnte sich schon bald ändern. Von höchster kirchlicher Instanz ist geplant, hier ein interreligiöses Zentrum entstehen zu lassen. In Fatima erschien die Gottesmutter Maria den Hirtenkindern Lucia, Francisco und Jacinta vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 sechsmal in monatlichem Abstand. Sie forderte auf zu Umkehr und Buße. Besonders bat sie darum, den Rosenkranz zu beten und die Welt ihrem unbefleckten Herzen zu weihen. „Mein unbeflecktes Herz wird deine Zuflucht sein und der Weg, der dich zu Gott führt.“ Diese Worte der Gottesmutter bei ihrer ersten Erscheinung haben selbst für den Rektor des Marien-Heiligtums, Monsignore Luciano Guerra, heute wohl ihre Bedeutung verloren. Schon vor einem Jahr äußerte er sich: „Die Zukunft von Fatima oder die Verehrung Gottes und seiner Mutter an diesem Heiligtum muß umgewandelt werden in ein Heiligtum, wo sich die verschiedenen Religionen vermischen können.“ Zu diesem Zweck wurde gegenüber der bisherigen Wallfahrtskirche mit dem Bau einer neuen Rundkirche mit einem Radius von 125 Metern begonnen. Sie soll Platz für 9.000 Personen bieten. Es soll die Möglichkeit bestehen, sie durch einen stabilen Trennvorhang in zwei Hälften zu teilen. Die eine Hälfte, die den Namen „Versöhnungskirche“ trägt, soll auch Kulten anderer Religionen dienen. Zum 90jährigen Jubiläum der Marienerscheinung am 13. Mai 2007 soll die Kirche eingeweiht werden. Als Grundstein dient ein kleiner Marmorstein, der aus dem Grab des Apostels Petrus in Rom herausgebrochen und vom Papst am 9. März vorigen Jahres gesegnet wurde. Damit erhielt das neue Zentrum von allerhöchster Seite seinen Segen. Die Grundsteinlegung fand am 6. Juni 2004 statt. Es gab allerdings schon einige Vorboten für diese Entwicklung in Fatima. So fand dort vom 10. bis 12. Oktober 2003 eine interreligiöse Konferenz statt, und am 5. Mai vorigen Jahres durfte ein Hindupriester mit Zustimmung des Rektors von Fatima auf dem Altar der Erscheinungskapelle ein hinduistisches Puja-Ritual zelebrieren, bei dem der Muttergottheit Devi ein Blumenopfer dargebracht wurde. Daß die Marienweihe heute offensichtlich den ökumenischen und interreligiösen Dialog stört, wurde auch im September vergangenen Jahres deutlich, als die deutschen Bischöfe nicht die 1954 vollzogene Weihe Deutschlands an das unbefleckte Herz Mariä erneuerten. Und am 22. August dieses Jahres wurden sogar die Gebete der am Heiligtum knienden Bischöfe, Priester und Gläubigen der Priesterbruderschaft St. Pius X. durch laute „Gegengesänge“ gestört. Offenbar läßt sich die traditionelle Marienfrömmigkeit nicht mit dem neuen interreligiösen Kult vereinbaren. Viele Gläubige sind entsetzt über diese Entwicklung. Denn gerade Fatima hat jahrzehntelang vor allem traditionell eingestellte Katholiken angezogen. Jetzt formiert sich der Widerstand im traditionellen und konservativ-katholischen Milieu. So hat das katholische Schriftenapostolat (Postfach 1247, 88412 Ochsenhausen) ein Buch herausgebracht mit dem Titel „Ökumene gegen Herz-Mariä-Weihe“ (Sarto-Verlagsbuchhandlung, 70469 Stuttgart, Tel.: 07 11 / 5 53 67 19). Auch im Internet werden unter www.streitpunkt-fatima.de Informationen angeboten.

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