Fall Hohmann

Nein, der „Fall Martin Hohmann“ läßt uns nicht in Ruhe. In dieser Ausgabe rechnet das prominenteste Opfer der Kampagne gegen den Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann, General Reinhard Günzel, schonungslos ab. Günzel war durch Bundesverteidigungsminister Struck in würdeloser Weise aus dem Dienst entlassen worden, nachdem ein Fernsehsender bekannt gemacht hatte, daß Günzel als Kommandeur der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) dem Reserveoffizier Hohmann zu seiner umstrittenen Rede schriftlich gratuliert hatte. Günzel läßt im Gespräch mit der JUNGEN FREIHEIT die Umstände seiner Entlassung noch einmal dramatisch Revue passieren. Der „wie ein Hund“ aus dem Amt gejagte General kritisiert scharf den Niedergang von Korpsgeist, Kameradschaft, soldatischer Gesinnung und Patriotismus in der Bundeswehr. Kein Blatt nimmt der Elitesoldat vor den Mund, was den von der politischen Führung verantworteten rasanten Abbau der Bundeswehr und der Landesverteidigung angeht. Nach der Entscheidung der Fuldaer Staatsanwaltschaft (siehe JF 8/04), keine Ermittlungen gegen Martin Hohmann wegen seiner inkriminierten Rede zu eröffnen, bedeuten die Erklärungen Günzels im JF-Gespräch eine weitere moralische Entlastung des aus seiner Fraktion ausgeschlossenen Abgeordneten. Der General bestätigt, daß die Reporter des ZDF-Magazins „Frontal 21“ ein gegebenes Versprechen gebrochen hatten, den Namen des Generals im Fernsehen nicht zu nennen. Inzwischen ist die „Hohmann-Affäre“ aus dem Gesichtskreis der schnellebigen Öffentlichkeit verschwunden. Die Medien-Meute, die sich eben noch wie ein Heer Heuschrecken über den Politiker und den General hergemacht hatte, vertilgt längst andere Themen. Es sind andere Personen zu jagen und zur Strecke zu bringen. Günzel und Hohmann hätten nach dem, was inzwischen über diese Medienkampagne zutage getreten ist, längst eine öffentliche Rehabilitierung verdient. Verteidigungsminister Struck müßte sich für seine unsäglichen Entgleisungen beim General, Edmund Stoiber und der Rest der Unions-Führung beim Abgeordneten entschuldigen, die CDU ihr Ausschlußverfahren stoppen. Doch die Mühlen der political correctness mahlen unerbittlich weiter. Und immer noch haben manche nicht genug. In einer aktuellen Pressemitteilung der Grünen „zur Antisemitismus-Affäre um den CDU-Abgeordneten Martin Hohmann“ mahnt der Grünen-Bundesvorstand gegenüber der CDU-Spitze den Ausschluß des verfemten Abgeordneten aus der Partei an. Der hessische CDU-Chef Roland Koch habe das versprochene Ausschlußverfahren wohl immer noch nicht eingeleitet: „Einen Politiker wie Martin Hohmann darf Frau Merkel in ihrer Partei nicht dulden. Sonst muß sie sich die Frage stellen lassen, ob sie auf dem rechten Auge noch sieht.“ Man darf sicher sein, daß der Aufforderung der Grünen zügig Taten folgen werden.

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