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Tag 5 des Berliner Stromausfalls: Polizei bezeichnet Kiesewetters Rußland-Theorie als „Fake News“

Tag 5 des Berliner Stromausfalls: Polizei bezeichnet Kiesewetters Rußland-Theorie als „Fake News“

Tag 5 des Berliner Stromausfalls: Polizei bezeichnet Kiesewetters Rußland-Theorie als „Fake News“

In den Häusern im Berliner Südwesten bleibt es auch am fünften Tag dunkel und eiskalt: Roderich Kiesewetter (CDU) glaubt, dahinter stecke Rußland.
In den Häusern im Berliner Südwesten bleibt es auch am fünften Tag dunkel und eiskalt: Roderich Kiesewetter (CDU) glaubt, dahinter stecke Rußland.
In den Häusern im Berliner Südwesten bleibt es auch am fünften Tag dunkel und eiskalt: Roderich Kiesewetter (CDU) glaubt, dahinter stecke Rußland. Fotos: picture alliance (2)/dpa | Christophe Gateau / HMB Media | Uwe Koch
Tag 5 des Berliner Stromausfalls
 

Polizei bezeichnet Kiesewetters Rußland-Theorie als „Fake News“

Berlins Polizei-Vizepräsident bekräftigt, daß Linksextremisten den Anschlag auf die Stromversorgung verübten. CDU-Politiker Kiesewetter behauptet, Rußland stecke dahinter. Derweil meldet sich die „Vulkangruppe“ mit einer „Richtigstellung“. Zehntausende sind weiter ohne Strom.
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BERLIN. Die Berliner Polizei und der Senat haben Spekulationen widersprochen, nicht die linksextreme „Vulkangruppe“, sondern Rußland stecke hinter dem Brandanschlag vom Sonnabend, der bei Zehntausenden Berliner Wohnungen, Firmen, Krankenhäusern und Schulen für einen verheerenden Stromausfall gesorgt hat.

Auch am fünften Tag danach sind laut Stromnetz Berlin noch 21.900 Haushalte und 950 Unternehmen ohne Strom. Zunächst waren es 45.000. Auch 13 Schulen bleiben weiter geschlossen. Die Außentemperaturen sind in der Nacht auf minus acht Grad gefallen. Am morgigen Donnerstag sollen auch die verbliebenen Gebiete wieder Elektrizität erhalten, verspricht der Senat.

Derweil widersprechen öffentliche Stellen vehement der auch vom CDU-Politiker Roderich Kiesewetter im ZDF verbreiteten Verschwörungstheorie, in Wirklichkeit stecke Rußland  hinter dem Anschlag (die JF berichtete) „Darauf gibt es bislang gar keine Hinweise“, erklärte Berlins Polizei-Vizepräsident Marco Langner auf einer Pressekonferenz am Dienstag: „Das sind die üblichen Fake News, die wir immer haben bei solchen Einsatzlagen, um Menschen zu verunsichern.“

Hintergrund zu Kiesewetters Verschwörungstheorie.

BKA widerspricht Kiesewetters Theorie

Langner ergänzte: „Die Prüfungen, die wir vorgenommen haben in Zusammenarbeit mit dem BKA, weisen eben auf diese Vulkangruppe – und zwar sehr deutlich. Wir sehen dieses Bekennerschreiben als authentisch an und können damit sagen, es kommt aus dem linksextremistischen Bereich.“

Auch Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) warnte vor Fake News: „Es kursieren falsche Informationen“, sagte die SPD-Politikerin. „Hier wird bewußt in Kauf genommen, daß Verunsicherung entsteht.“ Konkrete Beispiele nannte sie jedoch nicht. Sie rief dazu auf, sich bei offiziellen Quellen zu informieren. Dazu zählten die Senatsverwaltungen, Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk sowie weitere Hilfsorganisationen und Behörden.

„Vulkangruppe“ meldet sich erneut

Derweil hat auch die „Vulkangruppe“ am Dienstagabend die Rußland-Theorie zurückgewiesen. Die Linksextremisten meldeten sich mit einer sogenannten „Richtigstellung“ auf dem linken Portal knack.news. Dort war bereits das erste Bekennerschreiben veröffentlicht worden. Darin heißt es: „Daß Menschen hier vor Ort in der Lage sind, Infrastruktur anzugreifen, paßt nicht ins Sicherheitsnarrativ von Politik und Behörden. Also wird ein äußerer Feind konstruiert.“

Man melde sich erneut, „weil nach unserer ersten Erklärung vieles bewußt mißverstanden oder verzerrt wurde“. Das Handeln der Gruppe richte sich „nicht gegen Menschen, sondern gegen eine Infrastruktur, die tagtäglich Menschen, Umwelt und Zukunft zerstört“.

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Zur Not zehntausender Anwohner, die nun den fünften Tag ohne Strom und Heizung auskommen müssen, schreiben die Attentäter: „Niemand von uns ignoriert, daß der Ausfall von Strom für viele eine reale Belastung bedeutet – insbesondere für Alte, Kranke, Kinder und all jene, die ohnehin am Rand dieser Gesellschaft stehen. Diese Härten sind nicht zufällig, sondern Ergebnis eines Systems, das kritische Versorgung zentralisiert, profitorientiert organisiert und bewußt verwundbar macht.“ (fh)

In den Häusern im Berliner Südwesten bleibt es auch am fünften Tag dunkel und eiskalt: Roderich Kiesewetter (CDU) glaubt, dahinter stecke Rußland. Fotos: picture alliance (2)/dpa | Christophe Gateau / HMB Media | Uwe Koch
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