Anzeige
Anzeige

Spionageverdacht: Bundesregierung bestellt Rußlands Botschafter ein – und weist Militärattaché aus

Spionageverdacht: Bundesregierung bestellt Rußlands Botschafter ein – und weist Militärattaché aus

Spionageverdacht: Bundesregierung bestellt Rußlands Botschafter ein – und weist Militärattaché aus

Außenansicht der russischen Botschaft in Berlin mit wehender Nationalflagge auf dem Dach. Kontext: Ermittler werfen einer deutsch-ukrainischen Staatsbürgerin vor, für russische Geheimdienste spioniert zu haben, zudem stehen zwei ehemalige Bundeswehr-Angehörige im Verdacht der Zuarbeit. Die russische Botschaft in Berlin: Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin weist die Bundesregierung einen Militärattaché aus. Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Außenansicht der russischen Botschaft in Berlin mit wehender Nationalflagge auf dem Dach. Kontext: Ermittler werfen einer deutsch-ukrainischen Staatsbürgerin vor, für russische Geheimdienste spioniert zu haben, zudem stehen zwei ehemalige Bundeswehr-Angehörige im Verdacht der Zuarbeit. Die russische Botschaft in Berlin: Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin weist die Bundesregierung einen Militärattaché aus. Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Die russische Botschaft in Berlin: Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin weist die Bundesregierung einen Militärattaché aus. Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Spionageverdacht
 

Bundesregierung bestellt Rußlands Botschafter ein – und weist Militärattaché aus

Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin reagiert die Bundesregierung. Ein russischer Diplomat muß Deutschland binnen 72 Stunden verlassen. Die Ermittler prüfen, wer der Beschuldigten Informationen aus dem Militärbereich zugespielt hat.
Anzeige

BERLIN. Die Bundesregierung hat einen russischen Diplomaten ausgewiesen, nachdem Ermittler eine Frau wegen mutmaßlicher Spionage für einen russischen Geheimdienst festgenommen hatten. Das Auswärtige Amt bestellte den russischen Botschafter ein und erklärte einen in der Botschaft tätigen stellvertretenden Militärattaché zur Persona non grata. Der Mann muß Deutschland innerhalb von 72 Stunden verlassen.

Im Zentrum der Ermittlungen steht eine deutsch-ukrainische Staatsbürgerin. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll sie spätestens seit November 2023 geheimdienstliche Kontakte in die russische Botschaft in Berlin unterhalten haben. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs setzte den Haftbefehl in Vollzug, die Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft.

Die Frau soll militärisch sensible Informationen gesammelt und an einen Kontaktmann in der Botschaft weitergeleitet haben. Wie der Spiegel berichtet, handelte es sich bei diesem Kontaktmann um den als Vize-Militärattaché akkreditierten Diplomaten, der zugleich als Führungsoffizier fungiert haben soll.

Rußland steuert mutmaßliche Spionageoperation

Gegenstand der Ausforschung waren nach den Unterlagen unter anderem Angaben zu Standorten der deutschen Rüstungsindustrie, zu Drohneninfrastruktur sowie zu geplanten Drohnenlieferungen an die Ukraine. Ob die Beschuldigte Zugriff auf als geheim eingestufte Unterlagen erhielt, ist damit nicht belegt, die Behörden werten sichergestelltes Material aus.

Zusätzlich prüfen die Ermittler eine mögliche Zuarbeit aus Bundeswehr-Kreisen. Zwei frühere Mitarbeiter der Bundeswehr stehen im Verdacht, der Beschuldigten dienstliche Informationen gegeben zu haben. Nach Informationen der Welt war die Frau im politischen Berlin gut vernetzt, trat auf Empfängen und Veranstaltungen auf und engagierte sich in einem Vereinsvorstand, in dem auch Politiker und ein ehemaliger Beamter aus dem Verteidigungsumfeld aktiv gewesen sein sollen. Genannt wird Walter S., ein Direktor a. D.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) sprach von einem feindseligen Akt und kündigte Konsequenzen an. Das Auswärtige Amt erklärte, Spionage in Deutschland werde nicht toleriert, erst recht nicht unter dem Deckmantel eines Diplomatenstatus. Wie die Welt berichtet, führten deutsche Nachrichtendienste die Spur selbst herbei, ein Hinweis aus dem Ausland habe keine Rolle gespielt. (sv)

Die russische Botschaft in Berlin: Nach der Festnahme einer mutmaßlichen Spionin weist die Bundesregierung einen Militärattaché aus. Foto: picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles