EISENHÜTTENSTADT/HAMBURG. Die noch von der Ampel-Regierung vorangetriebene Einrichtung sogenannter „Dublin-Zentren“ in Eisenhüttenstadt und Hamburg hat bisher kaum zur Rückführung von Asylbewerbern geführt. Das berichtete die Welt am Freitag.
Demnach wurden im Dublin-Zentrum in Hamburg zwischen März und August 2025 insgesamt nur 75 Dublin-Fälle untergebracht und noch weniger, nämlich 38 Menschen, auch an das zuständige Land rücküberstellt. Aktuell sollen sich nur 38 Menschen in der Unterkunft befinden. Das entspricht einer Auslastung von 3,3 Prozent. Allerdings sieht die Bilanz des Hamburger Zentrums noch vergleichsweise gut aus. Denn immerhin gelang hier gut jede zweite Rückführung.
In der Dublin-Einrichtung im brandenburgischen Eisenhüttenstadt führte bislang nur jede vierzehnte Überstellung zum Erfolg. In absoluten Zahlen: Fünf Migranten wurden nach Polen überstellt; 72 waren dort seit dem Start des Zentrums untergebracht. Hinzu kommt: Von den fünf Migranten reisten vier später einfach wieder ein.
Migranten tauchen einfach unter
Offenbar tauchen in Eisenhüttenstadt viele Migranten vor der Abschiebung einfach unter. Denn die Zentren können von den Bewohnern einfach so verlassen werden. „Von den insgesamt 72 Personen, die bisher im Dublin-Zentrum untergebracht waren, sind letztlich circa 42 untergetaucht beziehungsweise im Kirchenasyl“, teilte das Brandenburger Innenministerium mit.
Die unterschiedliche Bilanz rührt auch daher, daß Brandenburg die Migranten nicht in Abschiebehaft nimmt. Hamburg hingegen konnte 20 der 38 zurückgeführten Menschen auch deswegen außer Landes bringen, weil sie zuvor wegen Fluchtgefahr in „Überstellungshaft“ geführt wurden.
Faeser trieb den Aufbau der Dublin-Zentren voran
Das Bundesinnenministerium betonte gegenüber der Welt, daß die Dublin-Zentren „ein zusätzlicher Baustein zur notwendigen Verbesserung des Dublin-Systems“ seien. Brandenburgs Innenminister René Wilke (parteilos) hatte dagegen Ende Mai erklärt, es paßten hier „einige Dinge nicht zusammen“. In der Märkischen Allgemeinen verwies er auf die geringe Auslastung und die wenigen geglückten Überstellungen.
Im Februar hatte das Bundesinnenministerium die Eröffnung der beiden Dublin-Zentren mit der Aussicht verbunden, daß dadurch Rückführungen nach dem Dublin-Verfahren beschleunigt würden. Nach der Dublin-Verordnung müssen Asylbewerber ihren Asylantrag in dem Dublin-Vertragsstaat stellen, den sie zuerst betreten haben.
Die damalige Innenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte mit Blick auf die Zentren, die Behörden würden eng zusammenarbeiten, „damit es schnelle und effiziente Verfahren gibt. So können wir die Zahl der Überstellungen in die zuständigen EU-Staaten deutlich erhöhen – und die Länder und Kommunen weiter entlasten.“ (ser)