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Grünen-Chefin und Spitzenkandidatin Annalena Baerbock Foto: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Bei Diskussion über Rassismus
 

Baerbock sagt „Neger“ und entschuldigt sich

BERLIN. Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat sich dafür entschuldigt, in einem Interview „Neger“ gesagt zu habe. Der Begriff sei zwar in einem Kontext gefallen, in dem es um Rassismus ging. Dennoch sei ihre Wortwahl falsch gewesen. „Das tut mir leid“, schrieb die Grünen-Spitzenkandidatin in einer ausführlichen Stellungnahme auf Twitter.

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Baerbock hatte nach eigenen Angaben bei einer Veranstaltung des Zentralrats der Juden in Deutschland einen Fall an einer Schule geschildert, wo der Sohn einer Bekannten eine Bildergeschichte zu einem Arbeitsblatt schreiben sollte, „auf dem das N-Wort stand“. Er habe sich deshalb geweigert, die Aufgabe zu machen. „Daraufhin wurde ihm vorgeworfen, er störe den Schulunterricht. Er war also plötzlich der Schuldige und nicht diejenigen, die solches Lehrmaterial erstellt hatten“, berichtete Baerbock.

„Dieser Vorfall wühlt mich noch heute auf. Leider habe ich in der Aufzeichnung des Interviews in der emotionalen Beschreibung dieses unsäglichen Vorfalls das N-Wort zitiert und damit selbst reproduziert. Das war falsch und das tut mir leid. Denn ich weiß ja um den rassistischen Ursprung dieses Wortes und die Verletzungen, die schwarze Menschen unter anderem durch ihn erfahren.“ Schon während der Aufzeichnung sei ihr die problematische Wortwahl bewußt geworden.

Anspielung auf Boris Palmer

Da sie bereits eine erste Presseanfrage hierzu bekommen habe, in der ihre Aussage in einen Zusammenhang mit Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer (Grüne) gerückt worden sei, habe sie sich entschieden, den Vorfall publik zu machen und die Passage des Interviews als Video zu veröffentlichen. „Selbstverständlich haben wir das N-Wort hier gemutet“, schrieb Baerbock. „Für mich ist klar: Wir müssen immer und überall gegen Rassismus vorgehen.“

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Der Vorfall erinnert an die Grünen-Spitzenkandidatin zur Berliner Abgeordnetenhauswahl, Bettina Jarasch, die in einer Vorstellungsrunde im März gefragt wurde, was sie gern als Kind geworden wäre. Jarasch antwortete daraufhin: „Indianerhäuptling“. Später entschuldigte sie sich für die Äußerung. Es habe sich um „unreflektierte Kindheitserinnerungen“ gehandelt.

Unterdessen hat der Plagiatsjäger Stefan Weber weitere Stellen aus Baerbocks Buch präsentiert, bei denen sich die 40jährige bei anderen Autoren bedient haben soll, ohne dies kenntlich zu machen. Weber legt in seinen neuesten Funden auch nahe, daß Baerbock, oder derjenige, der an ihrem Buch mitgearbeitet habe, bei Grünen-Co-Chef Robert Habeck abgeschrieben hat.

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In dessen Buch „Von hier an anders“ gibt es ein Kapitel zur Bildungspolitik, aus dem sich Formulierungen, Wortketten sowie inhaltliche Gedanken in sehr ähnlicher Form in Baerbocks Buch wiederfinden. Einen Zufall schließt Weber, der bislang 54 Plagiatsstellen auflistet, hierbei aus. (krk)

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