Essen stellt sich quer
Teilnehmer einer Demonstration, zu der das Bündnis „Essen stellt sich quer“ aufgerufen hatte (Archivbild) Foto: picture alliance/Roland Weihrauch/dpa
Essen

Vorwurf rassistischer Kontrollen: Polizei zeigt linkes Bündnis an

ESSEN. Die Essener Polizei hat das linke Bündnis „Essen stellt sich quer“ wegen Beleidigung angezeigt. Anlaß sind Vorwürfe, Polizisten würden aus rassistischen Gründen bestimmte Viertel in der Ruhrgebietsstadt stärker kontrollieren.

Während einer Demonstration am vergangene Donnerstag anläßlich des Amoklaufs in Hanau hatte ein Sprecher von „Essen stellt sich quer“ die Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte geäußert. „Wir stehen heute in Altendorf, einem Stadtteil, der migrantisch geprägt und immer wieder Ziel rassistischer Kontrollen durch die Polizei geworden ist.“ Auch durch konstante negative Berichterstattung der Medien seien in Essen Vorurteile und Ängste geschürt worden. Solche Anfeindungen hätten die Tat von Hanau begünstigt.

Bündnis beklagt Nennung von Shisha-Bars durch Polizei

In einer Stellungnahme erklärte die Polizei: „Seit fast 15 Monaten führen Stadt und Polizei Essen in enger Zusammenarbeit Kontrollen im gesamten Stadtgebiet durch. Als Ziele dieser Kontrollen werden Objekte ausgewählt, bei denen konkrete Hinweise auf Gesetzesverstöße vorliegen.“ Dazu zählten neben Wettbüros, Bordellen und Schrottimmobilien auch Shisha-Bars. Zu keiner Zeit seien die Kontrollen aus rassistischen Gründen erfolgt.

Der Sprecher von „Essen stellt sich quer“, Christian Baumann, bezeichnete die Anzeige der Polizei als „unsouverän“. Zudem kritisierte er, daß sie selbst „in ihrer jüngst veröffentlichten Pressemitteilung nicht umhinkommt, Shisha-Bars abermals explizit als Ort von Kriminalität zu brandmarken“. (ag)

Teilnehmer einer Demonstration, zu der das Bündnis „Essen stellt sich quer“ aufgerufen hatte (Archivbild) Foto: picture alliance/Roland Weihrauch/dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag