Ramelow
Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linksparte) im Landtag Foto: picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
Wut und Entsetzen

Thüringen: So reagieren Politiker und Journalisten auf die Ministerpräsidenten-Wahl

ERFURT. Politiker und Journalisten haben mit Empörung auf die Wahl des neuen Thüringer Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) reagiert. Daß Kemmerich sich mit den Stimmen der AfD habe wählen lassen, sei kein „Unfall, sondern ein bewußter Verstoß gegen die Grundwerte unseres Landes“, schrieb die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt auf Twitter.

Der ARD-Journalist und Chef des Magazins „Monitor“, Georg Restle, warf CDU und FDP vor, sich „zum Büttel von Rechtsextremisten“ zu machen und bemühte sogar den 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz für seine Kritik. „Nichts gelernt: 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, 75 Jahre nach dem Ende von Faschismus und nationalsozialistischer Schreckensherrschaft: ‘Bürgerliche’ Parteien paktieren in Thüringen wieder offen mit Rechtsextremisten“, beklagte Restle auf Twitter. Das sei mehr als nur ein Tabubruch.

Der TV-Komiker Jan Böhmermann sprach sogar von einem „Zivilisationsbruch“.

Der Journalist Hasnain Kazim sah das ebenso:

Und der Pianist Igor Levit mahnte, die „deutsche Politik“ legitimiere 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz den Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und seine „Faschistenbande“.

Auch die Fraktionschefin der Linkspartei im Thüringer Landtag, Susanne Hennig-Wellsow, konnte ihre Enttäuschung über das Wahlergebnis nicht verbergen. Anstatt Kemmerich wie üblich zu gratulieren, warf sie ihm den eigentlich für Bodo Ramelow vorgesehenen Blumenstrauß vor die Füße.

Ihre Partei hielt der FDP zudem vor, mit Faschisten zu regieren.

Der SPD-Politiker Ralf Stegner befand, CDU und FDP hätten sich in Thüringen vom „Konsens der Demokraten“ verabschiedet. Der „demokratische Anstand“ verböte es, sich von Rechtsradikalen wählen zu lassen.

Noch deutlicher wurde der Journalist Mohamed Amjahid. Er bezeichnete CDU und FDP als „Höckesau“.

Der ehemalige Fußballprofi Hans Sarpei hingegen sprach von einem „traurigen Tag für Deutschland“.

Der MDR-Journalist Tim Herden nannte die Wahl „ziemlich erschreckend“. Der frühere FDP-Chef Hans-Dietrich Genscher werde sich im Grabe umdrehen.

Und Saswsan Chebli von der Berliner SPD klagte, ihr sei „kotzübel“.

Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linksparte) im Landtag Foto: picture alliance/Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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