Suhl
Das Land Thüringen bittet die Bundeswehr im Fall der Suhler Asylunterkunft um Unterstützung Foto: picture alliance/WichmannTV/dpa-Zentralbild/dpa
Coronakrise

Flüchtlings-Quarantäne: Thüringen bittet Bundeswehr um Hilfe

ERFURT. Im Fall der unter Corona-Quarantäne stehenden Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Suhl hat sich die Landesregierung mit einem Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr gewandt. „Es geht dabei nicht um Bewachung, sondern um die Sicherung der Versorgung für die rund 500 Bewohner, die in Quarantäne sind“, sagte ein Sprecher der Landesregierung der Nachrichtenagentur dpa.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bestätigte die Anfrage auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Es gehe um eine Erstaufnahmeunterkunft in Thüringen, „wo die zivilen Kräfte, also die privaten Sicherungsdienste, eben auch im Moment nicht so verfügbar sind“. Die CDU-Politikerin machte allerdings keine Angaben darüber, ob die Bundeswehr das Ersuchen ablehne oder ihm stattgeben werde.

Asylbewerber randalieren wegen Quarantäne 

In der Erstaufnahmeeinrichtung hatten Asylbewerber in den vergangenen Tagen aus Protest gegen die Quarantäne randaliert. Die Polizei hinderte sie daran, daß Gelände zu verlassen. Daraufhin warfen sie Gegenstände auf die Beamten, drohten damit, die Unterkunft anzuzünden und benutzten Kinder als Schutzschilde gegen die Polizisten.

Erst die Verlegung von 22 Randalierern in eine leerstehende Jugendarrestanstalt beruhigte die Situation. Dazu waren rund 200 Polizisten im Einsatz, die wegen der Infektionsgefahr zusätzliche Schutzkleidung trugen. Nun sollen die Bewohner der Einrichtung mittels Dolmetschern besser über die Gefahr durch die Krankheit informiert werden. (krk/ag)

Das Land Thüringen bittet die Bundeswehr im Fall der Suhler Asylunterkunft um Unterstützung Foto: picture alliance/WichmannTV/dpa-Zentralbild/dpa

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