Magdeburg Foto: wikimedia.org/Michael Friedel – www.pixelartists.de/cc
Sachsen-Anhalt

Syrer verletzt zwei Passanten schwer: Polizei verharmlost Tat

MAGDEBURG. Die Polizei in Magdeburg hat eine schwere Attacke auf zwei junge Passanten durch einen Syrer verharmlost. Eine 18 Jahre alte Gymnasiastin erlitt bei dem Angriff eine Nasenfraktur sowie einen Bruch des linken Augenhöhlenrings. Ein 28 Jahre alter Medizinstudent wurde mit drei Platzwunden am Kopf sowie einem Bruch der Stirnhöhle ins Krankenhaus eingeliefert, deckte die Magdeburger Volksstimme auf.

Obwohl der Verdächtige bereits in Nordrhein-Westfalen mehrfach gewalttätig aufgefallen war, entschied sich die Polizei in Magdeburg dem Bericht zufolge gegen eine Inhaftierung. Zur Begründung hieße es, da „die genaue Schwere der Verletzung zu diesem Zeitpunkt“ noch nicht klar gewesen sei. In ihrer Pressemitteilung hatte die Polizei lediglich von einem „Armbruch“ geschrieben, den es jedoch laut Rechtsmedizinern nicht gegeben hat.

Syrer schlägt Frau – keiner hilft

Die junge Frau namens Levken schilderte, der Syrer habe ihr unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen, als sie am Gründonnerstag in der Straßenbahn saß. Andere Fahrgäste hätten geschockt reagiert, ihr zur Seite gesprungen sei aber niemand. „Keiner hat mir geholfen“, sagte sie dem Blatt.

Als die Straßenbahn hielt, stiegen die 18jährige sowie die anderen Fahrgäste aus. Medizinstudent Rami habe die verletzte Frau bemerkt und in Richtung des Angreifers gerufen: „Geht’s noch?“ Der Syrer antwortete ihm: „Was willst Du?“ und schlug Rami ins Gesicht. Auch ihm sei niemandem zur Hilfe geeilt. „Die ziemlich volle Straßenbahn war plötzlich menschenleer, alle sind schnell geflüchtet. Ich habe um Hilfe gerufen. Aber es kam keiner.“

Familie des Mädchens macht Druck

Als sich die Türen der Bahn wieder schlossen, ging der Syrer Zeugen zufolge weiter auf den Studenten los. Erst Minuten später, als die Straßenbahn das nächste Mal hielt und Polizisten kamen, ließ der Angreifer von ihm los. Erst auf Anfrage der Volksstimme teilte die Polizei mit, der Einwanderer habe sich „renitent“ verhalten und mit Handfesseln fixiert werden müssen.

Der Syrer wurde nach der Tat in eine psychiatrische Abteilung der Uniklinik eingeliefert. Schon einen Tag später verließ er sie jedoch wieder auf eigenen Willen. Erst nachdem Levkens Familie auf eine erneute Untersuchung pochte, begutachteten Rechtsmediziner die Verletzungen der beiden Opfer. Diese wurden als „potentiell lebensbedrohlich“ eingestuft. Acht Tage nach der Tat stellte die Staatsanwaltschaft schließlich Haftantrag. Der Syrer wurde noch am selben Tag festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. (ls)

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