Lager in Moria auf der Insel Lesbos Foto: picture alliance / AP Photo
Lager in Griechenland

Mehrere Bundesländer wollen Lesbos-Migranten aufnehmen

BERLIN. Mehrere deutsche Bundesländer haben Unterstützung für Einwanderer auf der griechischen Insel Lesbos in Aussicht gestellt. Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) plant, einen Teil der unbegleiteten, minderjährigen Migranten aus einem Lager in Moria aufzunehmen. Unterstützung erhielt er auch von der CDU, berichtet die Nachrichtenagentur epd.

Die Initiative zur Aufnahme ging demnach von der Theaterorganisation „Werkgruppe 2“ und einigen Bewohnern von Friedland im Landkreis Göttingen aus. Sie hatte in einem offenen Brief geschrieben: „Um akute Hilfe in dieser eskalierenden Lage in Moria zu bewirken, brauchen wir Sie als unseren politischen Vertreter, der individuelle Lösungen schaffen kann.“

Am Dienstag hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angekündigt, sein Bundesland werde den Flüchtlingen vor Ort helfen und sie aufnehmen. Allerdings sei dies in baden-württembergischer Eigenregie nicht möglich, weshalb das Bundesinnenministerium aktiv werden müsse.

Auch Berlin und Thüringen für Aufnahme

Bereits am Freitag hatten Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Familiensenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) mitgeteilt, Berlin werde 70 unbegleitete und minderjährige Einwanderer aufnehmen. „Die Situation in den Flüchtlingslagern ist dramatisch“, sagte Scheeres laut Tagesspiegel. „Kinder und Jugendliche ohne Begleitung sind besonders schutzlos und Gefahren ausgesetzt.“

Müller erinnerte daran, daß Berlin Mitglied im Städteverbund „Sichere Häfen“ sei. Die Initiative setzt sich für die Aufnahme von Bootsmigranten in Deutschland ein. „Dazu stehen wir und sind bereit, zu helfen. Das gilt insbesondere für jene, die ohne ihre Eltern auf der Flucht und daher ganz besonders schutzbedürftig sind.“

Auch Thüringen signalisierte Bereitschaft, mehrere Minderjährige ins Land zu holen. Die Länder warnen vor unmenschlichen Bedingungen in dem Lager. Die Vorstöße scheiterten bislang an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). (ls)

Lager in Moria auf der Insel Lesbos Foto: picture alliance / AP Photo

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