Kosten für Asylbewerber

Hessen zahlt 138 Millionen für unbegleitete minderjährige Ausländer

WIESBADEN. Für die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern hat das Land Hessen im vergangenen Jahr rund 138 Millionen Euro ausgegeben. Durchschnittlich koste jeder der 1.362 Flüchtlinge 101.515 Euro pro Jahr, wie aus einer Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht.

„Im Durchschnitt wird in Hessen für ein eingewandertes unbegleitetes ausländisches Kind monatlich mehr als das 41-fache des Kindergeldes ausgegeben. Steht einem solchen Kind 41-Mal so viel Geld zu wie einem Kind, dessen Eltern in Deutschland wohnen?“, fragte der migrationspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag, Volker Richter.

Verschuldung steigt wegen Kosten für Asylbewerber

„Sehr junge unbegleitete minderjährige Ausländer wurden auch in Gastfamilien untergebracht und durch den Pflegekinderdienst betreut“, teilte das Hessische Ministerium für Soziales und Integration mit. Hotelunterbringungen mit begleitender ambulanter Jugendhilfe zählten ebenfalls zu den Maßnahmen. Nicht in die Rechnung miteinbezogen sind sechs Landkreise und Städte, die keine Auskunft über die Kosten gaben, darunter Kassel und Fulda. Seit 2014 kostete die Versorgung der minderjährigen Ausländer insgesamt 769 Millionen Euro.

Zur Feststellung des Alters der Flüchtlinge wurden 44 ärztliche Untersuchungen veranläßt. In den übrigen Fällen vertrauten die zuständigen Jugendämter auf vorgelegte Ausweise, Befragungen und gegebenenfalls einer „qualifizierten Inaugennahme“.

Unterdessen stieg die Verschuldung des Bundeshaushalts erstmals seit 2014 wieder an, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Otto Fricke begründete die steigenden Schuldenstand mit den Kosten für Asylbewerber. Die Rücklage, die während der Flüchtlingskrise gebildet worden waren, seien nun aufgebraucht. Um die weiter anfallenden Kosten zu decken, müßten nun neue Kredite aufgenommen werden. (ag)

Unbegleitete minderjährige Ausländer in einer Jugendeinrichtung (Symbolbild) Foto: (c) dpa

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