Liebigstraße in Berlin: Um den linksextremen Szenetreff gibt es seit Jahren Streit Foto: picture alliance
Hausbesetzer in Berlin

Die hysterischen Weiber von der Antifa

Da plumpst eine junge Dame publikumswirksam in Ohnmacht und verschwindet zwischen den ersten beiden Stuhlreihen. Zwei andere Fräuleins reißen sich kreischend ihre Hemdchen von der Brust, die die eine nur unzureichend mit schwarzem Klebeband verhüllt hat. Hysterisch keifend raufen sich in der dritten Reihe zwei linke QuerfeministInnen ihre Haare unter den Wollmützen. Und zum Schluß fesseln sich alle gemeinsam mit Kabelbinder und lassen sich abführen. Was für eine jämmerliche Inszenierung – allerdings nicht im Theater, sondern vor Gericht. Gaga-Auftritt der linksextremistischen Hausbesetzerszene aus Berlin.

Im Landgericht soll ein Gütetermin verhandelt werden. Kläger ist die Siganadia Grundbesitz GmbH, Beklagte ist der Verein Raduga e.V. In der Verhandlung soll über die Räumung des Hauses Liebigstraße 34 entschieden werden. Der Streit schwelt schon lange. Das ruinöse Haus „Liebig34“, in nächster Nachbarschaft zur Rigaer Straße, wurde nach der Wende besetzt.

Damals gehörte das Haus der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Friedrichshain (WBF). Besetzer und WBF schlossen damals einen Vertrag. Doch später wurde das Haus an den Immobilienunternehmer Gijora Padovicz verkauft. Der Vertrag wurde vom Unternehmer nicht verlängert, er lief Ende 2018 aus. Die jetzigen Bewohner sollen raus – doch die anarcho-feministischen Besetzer wollen einfach nicht gehen. Nun der Landgerichtstermin.

Polizisten verhaften zwei Frauen

„Die Verhandlung startet um neun Uhr im Saal 100 und wird wahrscheinlich nicht lange dauern, weshalb Pünktlichsein wichtig ist“, schrieben die Autonomen schon im Vorfeld im Internet. Ob ein paar von ihnen überpünktlich waren? Denn schon morgens ist kein Durchkommen mehr zum Landgericht: Absperrband flattert am frühen Morgen quer über die Tegeler Straße. Mit Farbbeuteln ist die Fassade am Haupteingang beschmiert, Beamte haben in der Nähe einen Feuerlöscher entdeckt. Bombenentschärfung. Dann Entwarnung, die Bombe soll ein zur Farbkanone umgebauter Feuerlöscher sein.


Strenge Personenkontrollen. Beamte nehmen zwei junge Frauen fest – eine hat rote Farbe an den Fingern – eine der frühmorgendlichen Schmiererinnen? Sie wird festgenommen, darf später an der Verhandlung teilnehmen, aber nur um danach wieder festgenommen zu werden.

Die Verhandlung wird in einen kleineren Saal mit rund 30 Sitzplätzen in den zweiten Stock verlegt. Endlich, um 9.50 Uhr, geht es los. Der Richter verliest gerade den Namen des Beklagten, als in der zweiten Reihe eine junge Frau lautstark zu Boden geht – eine Ohnmacht? Hysterisches Gekreische ist die Folge. Die Feministinnen pöbeln die Journalisten in der ersten Reihe an: „Ja, tut doch mal was, warum tut denn keiner was?“ Eine schreit sich so in Hysterie, daß ihr die Tränen kommen, um danach gleich die Forderung zu stellen, alle Journalisten aus dem Saal zu werfen.

Das Schauspiel geht weiter 

Ein Polizist mit Sanitätsausbildung will der am Boden liegenden Frau helfen. Wieder Gekreische, kein Mann oder gar Polizist soll sie anfassen. Da reicht es einer gestandenen Boulevardreporterin, die die Antifa-Frauen darauf hinweist, daß wenn sie wirklich um das Wohl ihrer Freundin besorgt seien, sie auch zulassen sollten, daß der Beamte der Frau hilft.

Verhandlungssaal im Landgericht: Prozeß wurde unterbrochen Foto: JF

Alle müssen den Saal verlassen, auf die Feuerwehr warten. Endlich kommen die Sanitäter, packen die junge Frau in einen Rollstuhl und schieben sie aus dem Saal. Um 10.23 Uhr sitzen alle wieder im Saal. Da kreischen die Frauen schon wieder los. Diesmal fällt keine um, sondern zwei springen auf, reißen sich ihre Jacken runter, entblößen ihre Brust, rennen auf den Sitzplatz des Anwalts des Hauseigentümers zu. Tumult, Polizisten ergreifen die Frauen, zerren sie raus.

Die Damen tanzen Ringelreihen 

„Liebig bleibt“, schreien die anderen. Auch die Krakeeler werden rausgezerrt. Stühle kippen polternd um. Denn in dem Chaos haben sich die Linken mit weißen Kabelbindern aneinandergefesselt. Draußen auf dem Flur tanzen die Damen Ringelreihen und skandieren dazu auf und ab hüpfend: „Liebig bleibt.“

Drinnen im Saal wird nun mit Ausnahme der Presse die gesamte Öffentlichkeit ausgeschlossen. Was nicht weiter ins Gewicht fällt, weil außer Bewohnern des Hauses und der Presse niemand vor Ort war. Ein Urteil ist übrigens noch nicht ergangen.

Liebigstraße in Berlin: Um den linksextremen Szenetreff gibt es seit Jahren Streit Foto: picture alliance

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