Razzia gegen Mafia in Duisburg
Polizisten in einem Eiscafé in der Duisburger Innenstadt Foto: picture alliance/Christoph Reichwein/dpa
Hunderte Beamte allein in Deutschland im Einsatz

Internationale Großrazzia gegen italienische Mafia

BERLIN. Hunderte Polizisten haben am frühen Mittwoch morgen in mehreren Bundesländern Wohnungen, Restaurants und Büros durchsucht, die der italienischen Mafia zugerechnet werden. Nach Informationen von Spiegel Online haben die Fahnder hochrangige Mitglieder der ´Ndrangheta im Visier.

Schwerpunkt der Razzien unter Führung des Bundeskriminalamtes (BKA) ist demnach Nordrhein-Westfalen, wo die italienische Mafia traditionell stark vertreten sei. Weitere Durchsuchungen hätten in Thüringen und Berlin stattgefunden. Wie das BKA mitteilte, gab es ähnliche Aktionen auch in Italien, den Niederlanden und Belgien.

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Allein in Deutschland waren dem Bericht zufolge 240 BKA-Beamte sowie 200 Bundespolizisten im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte der Antiterroreinheit GSG 9. Ebenfalls beteiligt waren mehrere hundert Beamte der jeweiligen Landespolizeibehörden. Im Visier standen 47 Mitglieder der Familien Mammoliti und Giorgi, die der kalabrischen ‚Ndrangheta angehören sollen. Laut Bild-Zeitung wurden über 100 Objekte durchsucht.

Familien stehen seit 1991 in einer Fehde

Die beiden Familien, die dem Clan Pelle-Romeo aus San Luca zugerechnet werden, sollen in Deutschland unter anderem Restaurants und Firmen betreiben und bereits seit Jahrzehnten in der Bundesrepublik leben. San Luca ist ein Bergdorf im Aspromonte-Gebirge, das als „Mutter der Mafia“ gilt. Seit 1991 herrscht dort eine Fehde zwischen den Pelle-Romeo und den Strangio-Nirta. Die Auseinandersetzung erreichte durch die Mafiamorde von Duisburg 2007 auch Deutschland.

Sowohl die europäische Justizbehörde Eurojust und das BKA wollen im Laufe des Tages weitere Einzelheiten zu dem Einsatz bekanntgeben.

Bereits am Dienstag war der mutmaßliche Chef der Cosa Nostra, Settimino Mineo, festgenommen worden. Laut italienischen Ermittlern hatte der Juwelier nach dem Tod des sizilianischen Mafia-Bosses Toto Riina im vergangenen Jahr die Führung der kriminellen Organisation übernommen. (ls)

Polizisten in einem Eiscafé in der Duisburger Innenstadt Foto: picture alliance/Christoph Reichwein/dpa

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